| < zurück | |
| Griechische Mythologie | |
Heraclides ist der Name eines der Söhne des Helden Herakles, auch er selbst wird gelegentlich so genannt. Umfassender meint Herakliden seine Kinder und damit die Nachkommen des Perseus, welche die mythische Erklärung und eine Rechtfertigung der dorischen Einwanderung nach Griechenland liefern.
Die Herakliden flohen nach dem Tod des Herakles nach Attika. Hier half ihnen der König von Athen, Theseus, dabei, ihren Verfolger Eurystheus zu töten. Nach dem Willen des Zeus sollten die Nachkommen des Perseus Herrscher werden, doch hatte Hera das zugunsten des Eurystheus zunächst verhindert. Die Heraklessöhne begaben sich nach Delphi, wo ihnen der Spruch erteilt wurde, sie dürften nach der 3. Flucht heimkehren. Sie deuteten das dahingehend, daß sie nach drei Jahren wieder auf den Peloppones ziehen sollten. Als sie das aber unternahmen, wurde ihr ältester, der Hyllus, getötet, woraufhin die Herakliden sich zurückzogen und nach erneuter Beratung zu dem Schluß kamen, es seien drei Generationen gemeint.
So warteten sie ab, bis drei mal dreiunddreißig Jahre verstrichen waren und drangen erneut auf den Peloponnes, was diesmal erfolgreich verlief und ihnen ermöglichte, die Nachkommen des Pelops zu verdrängen. Temenos wurde König in Argos, Kresphontes in Messenien und die beiden Söhne des Aristodemus begründeten das Doppelkönigtum von Sparta.
Den Stoff behandelt Euripides in seiner Tragödie Die Herakliden (430v.) Diese Geschichte beschreibt, wie Athen unter dem König Demophon die Herakliden gegen die Nachstellungen des Eurystheus verteidigt. Das Stück ist eine Antwort auf die Besetzung Attikas durch die Spartaner, die als Nachkommen des Herakles galten und nun Athen bedrohten, ohne sich dankbar der einstigen Helfer zu erinnern.
Der Heraklide Tlepolemos führte die Jugend von Rhodos in die Schlacht vor Troja (HOMER, Illias, 2.653-670).