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| Griechische Mythologie | |
Hermes - Übersicht ![]() |
Nach HESIOD machte Maia, Tochter des Atlas, den Zeus zum Vater des Götterherolds Hermes. (Theogonie, 939f.)
Er soll aber auch vom Himmel Uranus und dem Tag (Dies) abstammen, von Valens und Phoronis, auch der Nilus soll sein Vater gewesen sein. Genannt werden als Eltern auch Dionysos Liber und die Persephone, die verbreitetste Ansicht ist aber diejenige, welche den Gottvater Zeus und die Maia als seine Eltern sieht.
Zeus soll die Maia in einer Höhle des Berges Kyllene verführt haben, wo Maia den Hermes gebar, nach anderer Darstellung war der Ort seiner Geburt der Berg Kerykios in Böotien.
Die Geronten, Nymphen des Berges, nahmen sich des Neugeborenen an und badeten ihn in drei dem Berg entspringenden Quellen, ehe er unter dem Baum Andrachne weiter aufwuchs.
Auch hier gibt es abweichende Überlieferungen. Sein Ziehvater soll in Akacesium der Akakus gewesen sein, er selbst soll auch von der Milch der Hera aufgezogen worden sein. Als die bemerkte, daß sie den Sproß eines Seitensprunges ihres Gatten Zeus an der Brust hatte, stieß sie Hermes von sich. Dabei verspritzte ihre Milch, die noch heute als Band der Milchstraße am nächtlichen Himmel sichtbar ist.
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Noch am Tag seiner Geburt bestand er einen Ringkampf mit dem Eros, bei dem er siegte und dafür von der Aphrodite auf den Schoß genommen wurde, der er prompt ihren Gürtel stahl.
Damit nicht genug, er stahl sich heimlich aus seiner Wiege, durchstreifte Pierien und entführte dort dem Apollon heimlich die Rinder (des Admetos), die der dort zu hüten hatte. Um die Nachsuche zu erschweren, verwischte er die Spuren und trieb die Rinder nach Pylos zu einer Höhle, worin er zwei der Rinder schlachtete. Die Häute legte er über die Felsen, das Fleisch aß er teils gekocht, teils gebraten. Auf dem Berg Kyllene fand Hermes eine Schildkröte, über deren Panzer er die Sehnen der geschlachteten Rinder spannte und so die Leier erfand. Diese Schildkröte wurde, als Sternbild Lyra, an den Himmel versetzt.
Apollo suchte nach der Herde und erhielt von den Einwohnern von Pylos Auskunft, ein Knabe sei mit einer Herde vorbeigezogen. Apollo sagte seine Wahrsagekunst, daß das der Hermes gewesen war und begab sich zu Maia, um ihren Sohn anzuklagen, doch bestritt die Nymphe, daß der Neugeborene zu solchem fähig sei. Apollo packte darum den Hermes und ging mit ihm zu Zeus. Auch vor dem bestritt Hermes den Diebstahl und Zeus begab sich persönlich nach Pylos, damit der Apollo seine Rinder wiederbekomme. Der vernahm unterdessen das Leierspiel des Hermes, das ihm so gut gefiel, daß er dem Hermes dafür die Rinder eintauschte.
Beinahe hätte den Hermes auch ein Battos verraten. Der hatte dem Gott sein Schweigen gegen ein Rind als Anteil zugesichert, plauderte dann aber doch und wurde darum von Hermes in einen Stein verwandelt - denn es war Hermes selbst, der in anderer Gestalt die Treue des Battos prüfte (OVID, Metamorphosen, 2.679-707).
Als Hermes nun die Rinder hütete, erfand er dabei noch die Pfeifen. Auch dieses Musikistrument gefiel dem Apollo so sehr, daß er dem Hermes dafür seinen goldenen Stab (Cucschenkte und ihm außerdem in der Kunst unterwies, aus Steinchen wahrzusagen (Knöchelspiel).
Etwas älter geworden wurde Hermes zum Lehrer und Gesetzgeber, der Bündnisse und Waffenstillstände zu schließen und dafür Boten zu senden lehrte. Er erfand Maße und Gewichte, dabei auch gleich den Betrug hiermit und außerdem erfand er die Fechtkunst.
Nach Ägypten brachte Hermes (hier mit Thoth gleichgesetzt) Gesetze und Buchstaben.
Besonders um Theben kümmerte er sich und lehrte die Priesterschaft Astronomie, Philosophie und Gottesdienst (DIOD. SIC., l.I.c.16.p.10, zit. n. HEDERICH, Sp.1594).
Hermes lehrte dem Nenschen die verschiedenen Sprachen, die Buchstaben soll er aus dem Flug der Kraniche ersehen haben (Hygin. Fab. 277).
Sein außerordentliches Wissen soll er in zwanzigtausend Büchern niedergelegt haben, andere zählen mehr und genauer und kommen auf 36.525 Bände. Gegen diese hohen Zahlenangaben gab es schon früh Einwände und man mutmaßte, sie könnten sich auf Blätter oder Verse beziehen. Den die ägyptischen Priester sollen nur 42 heilige Schriften verehrt haben.
Sofern er nicht auf Papier geschrieben hat, soll er auch die ersten Obelisken (genannt Pharaos Nadeln) mit seinem Wissen beschriftet haben.
Im Kampf der Olympier gegen die Giganten tötete Hermes den Hippolytus.
Als die Aloaden den Olymp stürmten und schon Ares gefangengesetzt hatten, konnte Hermes den Kriegsgott aus dieser Gefangenschaft herausstehlen.
Diese Kunst des Hermes half den Olympiern auch im Kampf gegen den Typhon. Der hatte dem Zeus die Sehnen weggeschnitten und so gelähmt, doch konnte Hermes sie seinem Vater wiederbeschaffen und einsetzen.
Beim ersten Angriff des Typhon entfloh Hermes, wie die übrigen Götter auch in Tiergestalt, wobei er sich in einen Ibis verwandelte und nach Ägypten flog (Metamorphosen, V.334).
Nach den Titanenkämpfen besuchte Hermes den Prometheus (AISCHYLOS, Gefesselter Prometheus,944ff.), er soll gemeinsam mit Hephaistos auch an dessen Fesselung mitgewirkt haben (Hygin. Fab. 144, zit. n. HEDERICH, Sp.1595)
Als Büttel des Zeus wirkte Hermes auch, als er im Tartaros den Ixion auf das Marterrad band und er diente dem höchsten Olympier auch, indem er Argos, den hundertäugigen Riesen, der die Io bewachte, auf die Zeus ein Absehen hatte, einschläferte und tötete.
Den Herakles gewann er und verkaufte ihn an die Königin Omphale.
Seine Hände verlor Hermes durch die Brüder der Palästra. Palästra hatte ihm deren Geheimnisse verraten, weshalb ihr Vater Choricus ihm deshalb, als er schlief, seine Söhne schickte, die dem Gott die Hände abschnitten. Hermes klagte sein Leid dem Zeus, der Choricus in einen Blasebalg verwandelte.
Quelle:
Soweit nicht gesondert angegeben folgt die Sammlung HEDERICH, Gründl. mythol. Lexikon, Stichwort Mercurius)