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 Griechische Mythologie - Literatur
 
 

Herodot

Siehe auch:
HERODOTOS —
Biograph. Daten, Erfahrungshorizont, Werke.

Von Patrick Wilke.

Er gilt als der „Vater der Geschichtsschreibung” und der Ethnographie. Geboren ist Herodot ~484 v. in Halikarnassos als Sohn einer wohlhabenden Familie, der Vater, Lyxes, war als semitischer Karer aus dem südwestlichem Kleinasien in griechischer Sicht Barbar, die Mutter war eine dorische Griechin. Herodot starb um 420 v.

Weil die Familie Herodots in politische Intrigen gegen den Tyrannen Lygdamis verwickelt war, mußte Herodot nach Samos weichen, von wo er aus geschäftlichen und wissenschaftlichen Belangen nach Ägypten, Kyrene, Palästina, Phönizien, Babylonien, hinauf in die nördliche Ägäis ins Schwarze Meer bis ins Land der Skythen reiste.

Der weitgereiste Herodot wurde olympischer Preisträger in Literatur.
In Athen war ihm der Perikles wohl gesonnen, so daß Herodot um 445v. auf der Agora aus seinen Werken zu lesen konnte. Dabei erfuhr die athenische Öffentlichkeit bislang unerhörtes aus der Welt der „Barbaren”, also aller nicht-griechischsprechenden Völker, wobei er den skeptischen aber amüsierfreudigen Athenern mit einer schwänkereichen Vortragsweise entgegenkam.
Diese Vorträge waren so gelungen, daß Herodot je Rede zehn Talente bzw. für die erste 60.000 Drachmen erhalten haben soll, eine mehr als anständige Summe, die ihm weitere Unternehmungen ermöglichte.

443 gehörte Herodot zu den Kolonisten von Thurici, dieses soll auch sein Sterbeort sein.

Der überaus populäre Herodot veranlaßte den Komöden Aristophanes um 425 zu einer Parodie des Gelehrten.
In seinem Geschichtswerk, dem ersten großen Prosastück griechischer Literatur, deren neun Kapitel er jeweils den Namen einer der Musen gab, befaßt sich Herodot mit den tieferen Ursachen des Perserkrieges. Dabei entfaltet er ein Potpourri der Völkerschaften, dessen Wahrheitsgehalt auch bei unwahrscheinlich anmutenden Teilen immer wieder überrascht.

Gerühmt wird Herodots Bemühen um Objektivität. Auch ihm wenig glaubhafte Behauptungen seiner Gewährsleute erwähnt er und überläßt es der geneigten Leserschaft, nach eigenem Ermessen ein Urteil zu fällen. In dieser Tradition sieht sich übrigens auch das vorliegende Netzprojekt.