Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie
 
 

Heros (m.), Heroine (f.)

In der griechischen Mythologie sagenhafte Heldengestalten.

Die griechische Heldenwelt beschreibt menschliche Helden, männliche wie weibliche, die in engstem Kontakt mit den Göttern und Riesen lebten. Weiter die Besiedlung Griechenlands durch die frühen Griechen als Folge der Kämpfe solcher Heroen gegen alte Gottheiten sowie die Kämpfe der Fürsten untereinander und gegen fremde Mächte infolgedessen.

Die alten Heroen waren direkte Abkömmlinge von Göttern oder von Menschen, die Göttern abstammten, sie taten sich meist als Gründer von Städten und Völkern hervor. Üblich ist der Kampf gegen Wunderwesen, wie etwa bei personalreichen Unternehmungen wie dem Kampf gegen die Kentauren, der Jagd auf das kalydonische Schwein oder bei der Argonautenfahrt.

Der Trojanische Krieg breitet die gemeinsame Herkunft der Griechen aus, die menschlichen Protagonisten sind überwiegend Könige in Nachfolge der alten Gründer. Auch zu dieser Zeit gibt es die sonderlichsten Wesen, wie sie in der Odyssee, der Heimfahrt des Odysseus von Troja nach Ithaka beschrieben sind. Zeitgenosse des Odysseus ist der Äneas. Mit seiner von Vergil beschriebenen Irrfahrt nach Italien wird die römische und karthagische mit der Heldenwelt Homers verknüpft.

Alle diese Heroen hatten ihr besonderes Schicksal, wobei die älteren nach ihrem Tode entweder im Tartarus für ihre Taten büßten, wie etwa Tantalos, die Danaiden oder Sisyphus oder in das paradiesische Elysion entrückt wurden.

Das Paradebeispiel des Heroen ist der Herakles, einem Übermenschen, der alle Taten anderer Helden in sich vereinigt. Er lernt alle Wissenschaften, überwindet alle Kräfte, Riesen und Drachen, begründet Städte und Völker, verbreitet den Zeus-Dienst, erlebt Mysterien und steigt in die Unterwelt hinab, ehe er endlich selbst zum Gott wird.

Nach Vorbild des Herakles/Hercules vermeinten auch die römischen Kaiser kraft Taten und Amtes Anspruch auf Vergöttlichung zu haben, eine Haltung, die Seneca bissig kommentierte.

Beispiele für Heroinnen und Heroen nach Abstammung:

Zeus ist Vater der Dioskuren Kastor und Polydeukes (mit der Leda), des Herakles (mit der Alkmene), des Perseus (mit der Danae), des Epaphus (mit der Io), Pelasgus (mit der Niobe), Minos und Sarpedon (mit der Europa).

Als Nachfahren des Zeus gelten die Linien Tantalus, Pelops, der Ahnherr der Bewohner des Peloponnes, Atreus und Agamemnon oder Aiakos, Telamon, Ajax und andere.

Auch andere Götter sind Ahnen der Heroen, von Ares stammen unter anderen Meleager, Diomedes und Cycnus.
Nachfahren des Hermes sind Autolycus und Kephalus.

Poseidon ist Ahnherr von Theseus und Nestor und die Göttin Aphrodite von Achilles, Peleus und Aeneas.

 

Weitere heroische Gestalten sind Deukalion und Pyrrha, die als Stammeltern die Deukalische Flut überlebt hatten, Admetos, , Bellerophon, die , Dardanos, der Stammvater Trojas, Glaukos, Iason, der Führer der Argonauten, Hippolytus, Ikarios, dem der Dionysos den Wein schenkte, Ismene, eine Tochter des Ödipus, Mentor, Nestor, Odysseus, Orestes, der Sänger Orpheus, Peiristhoos, Triptolemos, der von der Demeter den Ackerbau erwarb, Tyndareos, der Vater der Helena.

Die Heroine Alkestis ging freiwillig an Stelle ihres Mannes Admetos in den Tod. Weiter Dido, die Gründerin Kathargos, Elektra, die schöne Helena, Iphigenie, Io, Kassiope, Koronis, Penelope, die treue Gattin des Odysseus, Phaidra

Das als Kultplatz geheiligte Grab eines Heros bezeichnet man als Heroon.

 
 
Literaturhinweise
Ovid
Heroides / Briefe der Heroinen.
2000 Reclam, Ditzingen
Weitere Info bei Amazon.de weitere Info bei Amazon
Kerenyi, Karl
Die Mythologie der Griechen II.
Die Heroen-Geschichten.
1999 DTV, München
Weitere Info bei Amazon.de weitere Info bei Amazon
Ein Einstieg in den griechischen Sagenkreis und selbst schon ein Klassiker:
 
Schwab, Gustav
Sagen des klassischen Altertums
1974 Ueberreuter, Wien
Weitere Info bei Amazon.de weitere Info bei Amazon