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 Griechische Mythologie
 
 

Hesperides

In der griechischen Mythologie eine Gruppe von Nymphen. Der Name soll vom phönizischen aschpiri (saphar, „schön”) herkommen, Hesperis war eine Bezeichnung für „das Land, das im Westen liegt”, dort war auch ihr Wohnort.

Die Herkunft der Hesperiden wird unterschiedlich erklärt.
HESIOD nennt sie Abkömmlinge der Nacht Nyx und damit als Geschwister von Thanatos, Hypnos, der Moiren, der Keren, der Nemesis, der Eris u. a. (Theogonie, 211-232)
Sie gelten auch als Töchter des Hesperus, dem Bruder von Atlas und der Tochter des Hesperus, Hesperis oder des Atlas selbst. Oder sie stammen von Phorkys und Ketos ab.

Ihre Anzahl und Namen sind gleichfalls je nach Quelle unterschiedlich, es werden zwischen drei und sieben genannt: Aegle (Egle), Arethusa, Erytheis (Erythia), Hesperie (Hesperusa), Hestia oder Medusa. Eine weitere hieß Krete und soll Namensgeberin der Insel Kreta sein.

Die Hesperiden hüteten jenseits des Okeanos goldene Äpfel und früchtetragende Bäume (Theogonie, 215).
Die Äpfel gehörten der Aphrodite bzw. der Hera und wurden von dem Drachen Ladon, dem „Hesperius Draco”, bewacht.

Dieser Drache ist nach HESIOD das jüngste Kind der Keto und des Phorkys und „eine furchtbare Schlange, die tief im Dunkel der Erde an ihren riesigen Grenzen die reingoldenen Äpfel behütet.” (Theogonie 334-336) Damit wäre der Garten der Hesperiden weg von den Gebieten weit im Westen ins Innere der Erde verlegt.

Als Zeus und Aphrodite Hochzeit hielten, brachte Gaia diesen Baum hervor. Immer wieder brachen die Hesperiden, Wesen von ungeheimer Schönheit, die Äpfel ab, weshalb der Drache zur Bewachung eingesetzt wurde.

Eine der Aufgaben des Herakles war es, drei dieser Äpfel zu rauben. Er tötete Ladon und nahm die Äpfel hinweg, nachdem der Nereus ihm den Weg dorthin verraten hatte. Es heißt auch, nicht Herakles selbst habe die Äpfel genommen, sondern er habe dem Atlas zeitweilig die Last der Welt abgenommen, damit der diese Tat für ihn unternehmen konnte.

Nach einem weiteren Mythos erhielt Herakles die Äpfel zum Geschenk, weil der Tyrann Bustris die schönen Hesperiden entführen ließ. Herakles befreite sie und erhielt dafür diese besonderen Früchte und wurde obendrein von deren Vater in die Astrologie eingeweiht.

Auch die Argonauten trafen auf die Hesperiden. Die entwichen zwar vor ihnen, doch konnte sie Orpheus mit seinem Gesang herbeilocken, zwar nicht in ihrer eigentlichen Gestalt, aber als Bäume: Hesperie erschien ihnen als Pappel, Erytheis als Ulme und Aegle als Weide. Bei den Argonauten beklagten sie sich über Herakles und seinen Diebstahl, doch waren sie ihnen günstig und zeigten ihnen einen Brunnen, den Herakles Tags zuvor gemacht hatte, indem er mit dem Fuß gegen einen Felsen trat.

Äpfel und Schafe bedeuten im griechischen beide das gleiche Wort, so daß man unter den Äpfeln der Hesperiden auch Schafe verstehen kann, deren Fell womöglich golden gewesen ist, wie das des Chrysomele, dessen Fell zu finden das Ziel der Argonauten war („Goldenes Vlies”).

Tatsächlich sollen genannte Früchte keine Äpfel, sondern Quitten gewesen sein, auf welche die Beschreibung der Früchte besser passe, als auf den damals noch recht holzigen Apfel.

Quellenhinweis: Die Darstellung folgt, soweit nicht gesondert zitiert, weitgehend B. Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon.