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 Griechische Mythologie
 
 

Hetärien

(Hetaireiai, gr. „Kameradschaft”) So nannte man politische Vereinigungen oder bündische Gruppierungen, die es in vielen griechischen Städten gab. Ihre Ziele waren unterschiedlich, oft galt es, ein herausragendes Mitglied der Hetärie im politischen Sinne zu befördern oder es galt, im Sinne geheimbündlerischer Verschwörung einen Umsturz im Staate herbeizuführen.

Ähnlich modernen Parteien bildete die Hetärie die Anhängerschaft eines politischen Führers, im Athen des 5. Jh. v. beispielsweise hatten fast alle Politikier von Bedeutung ihre unterstützende Hetärie, die bei Abstimmungen den Demos (die Volksversammlung) in ihrem Sinne zu beeinflussen suchten.

Bekannte Hetärien dieser Art sind die des Alkibiades (geb. um 450 v.), die von konkurrierenden Hetärien dadurch bekämpft wurde, daß man ihren Mitgliedern eine Schändung heiliger Statuen unterstellte („Hermenfrevel”). Auch die Anhänger des Pythagoras (Pythagoreer) galten als Hetärie, welcher in Kroton die Hetärie des Kylon vorwarf, den Stadtstaat gegen die Interessen des Demos vereinnahmt zu haben (siehe hierzu SCHREIBER u. SCHREIBER, S. 61ff.)

Der Begriff Hetärie wurde später auf berufsständische Gruppen oder Kultgemeinschaften ausgedehnt, in Rom nannte man sie Collegia, woher die heute üblichen Begriffe „Kollege” oder „Kollegium” rühren.
Ursprünglich verehrte auf der Insel Kreta eine Bürgervereinigung den Gott Zeus als Zeus Hetaireos. Diese Vereinigung traf sich zum gemeinsamen Mahle und sorgte für die militärische Ausbildung der Jugend und ihren weiteren Zusammenhalt.

 

Hetairoi in Makedonien

In Makedonien gab es die Hetairoi („Gefährten”). Diese berieten als Rat der Adeligen den König und waren seine persönliche Schutztruppe. Darüber hinaus bezeichnete man die adelige Reiterei als Hetairoi, die als Gegenleistung vom König mit Land bedacht wurden, ähnlich dem mittelalterlichen Lehnswesen. Unter König Philipp II. und seinem Sohn und Nachfolger Alexander d. Gr. waren die Hetairoi die militärischen Eliteeinheiten, zu denen auch Infanterie gehörte.

 

Hetären

Die Hetärien sind nicht zu verwechseln mit den weiblichen Hetaira („Gefährtin”, lat. Amica). Dieser Begriff für Buhlerinnen war eigentlich Beiname der Aphrodite bzw. Venus und bezeichnete die Göttin, die Amicus und Amica (lat., „Freund” und „Freundin”) zusammenführte. Hetären waren meist gebildete Frauen, die gegen Geldleistungen Geschlechtsverkehr gewährten, wegen ihres Bildungsstandes aber im Gegensatz zu gewöhnlichen Dirnen hohes Ansehen genossen. Berühmte Hetären waren Rhodopis, Lais oder Aspasia von Milet, die zweite Frau des Perikles.