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 Griechische Mythologie
 
 

Horai

(griech. „Jahreszeiten”), Horae (lat.), Horen (dt.) In der griechischen Mythologie eine Gruppe von zwei bis vier oder mehr Göttinnen, die als Göttinnen der Ordnung in der Natur die Jahreszeiten Frühling, Sommer und Winter oder Wachstum, Blüte und Reife oder auch die Stunden (lat. hora, „Stunde”) verkörpern und Dienerinnen der Sonne sind.

Die Horen sind nach HESIOD Töchter des Zeus und der Themis (Theogonie, 901-906) Als ihre Gefährtinnen gelten die Chariten und die Musen, mit denen sie auch vermengt wurden.

Über Anzahl und Namen der Horen herrscht Uneinigkeit. So nennt HESIOD Eunomia („Gesetzlichkeit”), Dike („Gerechtigkeit”) und Eirene („Frieden”.
In Athen nannte man sie Thallo („Hervorsprießen”), Auxo („Wachsen”) und Karpo („Reifsein” bzw. „Blüte”, „Wachstum” und „Frucht”, nach KERENYI, 105).
Andere zählen viel mehr Horen und nennen sie Auro, Eunomia, Euporie, Irene, Karia, Odice, Ortesie, Pherusa und Thallo oder Akte, Anatole, Auge, Elete, Gymnasium, Hekypris, Mesembria, Musia, Nymphe und Sponde.

Die laut dem Sänger Orpheus im Frühling geborenen Horen galten als die langsamsten aller Götter, wohl wegen ihrer weichen Füße. Dafür hieß es von ihnen, sie brächten stets neues mit sich.
Anders beschreibt OVID sie als besonders flink, als die Horen im Dienst des Sonnengottes Sol (röm. für Helios) die Rosse an den Sonnenwagen spannen, mit den Phaeton seine verhängnisvolle Fahrt antreten sollten (Metamorphosen, 2.116-121).

Einst sollen sie die Ammen der Hera gewesen sein, sie sollen das Wetter bestimmen und den Eingang zum Himmel bewachen.

Dargestellt werden die Horen (zusammen mit den Chariten) auf der Krone der Hera, auch gemeinsam mit den Musen auf der Krone des Zeus, der durch sie seine Herrschaft ausübt. Meist sind sie im Tanze begriffen, ihre Häupter zieren Kronen, die aus Palmblättern bestehen sollen.

Als die Jahreszeiten darstellende Gestalten werden vier Gruppen von Horen unterschieden, die Erinen des Frühlings, die Xanthen des Sommers, die Oporinen des Herbstes und die Cheimerien des Winters.
Unterschieden werden auch die Horen, die nach der Themis kommen und die nach Zeus gehenden, die Hüterinnen des Himmels und Dienerinnen der Sonne sind.

Ebenso vielstimmig wie die Nennung der Namen sind die Erklärungen dieser. Horai soll von „ich rege an” oder „ich bewahre” herrühren, auch der ägyptische Sonnengott Horus wird genannt oder das hebräische Or, „Licht”.