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 Griechische Mythologie
 
 

Hypnos

(gr. „Schlaf”) Der griechische Gott und Personifikation des Schlafes, dargestellt als geflügelter Jüngling (BELLINGER, 203), der die Stirn der Müden berührt und sie so einschläfert.

Hypnos ist Sohn der Nyx und Bruder des Todes Thanatos, zudem u. a. der Moiren, der Hesperiden, der Nemesis und der Eris. (Theogonie, 211-232)

Seine Gattin ist die Charitin Pasithea.
Nach OVID hat er tausend Söhne, darunter der Morpheus, der Phantasos und der von den Menschen Phobetora („Erschrecker”), von den Göttern Icelos („Bildner”) genannte.

Laut HESIOD wohnt Hypnos dort, wo Nacht und Tag einander begegnen und wo Atlas das Himmelsgewölbe trägt. Hier, wohin nie die Strahlen der Sonne Helios dringen, wohnt auch der Tod Thanatos, aber während der ein eisernes Herz hat und erbarmungslos ist, unternimmt Hypnos von hier aus seine Streifzüge über Erde und Meer, friedlich und freundlich zu den Menschen. (Theogonie, 746-765)

Nach dem Römer OVID hat dieser sanftmütigste aller Götter, dem Menschen, Tiere und sogar Götter die Hälfte ihres Daseins zollen, er sie dafür aber ihre Sorgen und Nöte vergessen läßt, seinen Aufenthaltsort in einer dunklen Höhle im Land der Skythen bei den Kimmeriern. Hierher dringt kein Licht oder Laut, niemand ruft zur Wache. Der Grotte entspringt die Lethe, der Fluß des Vergessens und vor ihrem Eingang wachsen einschläfernde Kräuter (beispielsweise der Mohn, aus dem das Opium gewonnen wird). Hypnos selbst ruht auf einem Bett aus Ebenholz, um ihn lagern die Träume. (Metamorphosen 11.592ff.)

Einer seiner Söhne ist Morpheus. Den schickte Hypnos im Auftrag der Hera zu Alkyone, damit er ihr als deren schiffbrüchiger Gatte Keyx erscheine. Diesen Befehl hatte ihn die Götterbotin Iris überbracht, die danach rasch des Schlafes Höhle verläßt, um nicht selbst einzudämmern.

Gemeinsam mit seinem Bruder Thanatos geleitet Hypnos auch die Toten ins Grab.

Hypnos entspricht dem römischen Somnus. (BELLINGER, 204) Ihn beteten sie gern gemeinsam mit dem Weingott Bacchus an.