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 Griechische Mythologie
 
 

Kabeiroi

(griech. „die großen [Götter]” lat. Cabiri, dt. Kabiren) Eine Gruppe von Göttern beiderlei Geschlechts oder urzeitlichen gottähnlichen Leuten. Sie galten u.a. als Schutzpatrone der Seefahrt, die dem Schiffbrüchigen Beistand leisteten.
Ihr Kult soll von Kleinasien aus über Samothrake nach Griechenland gekommen sein, als Geburtsort gilt der Berg Kabeiros in der Berekyntia. (KERÉNYI, 70).

Die Kabeiroi gelten als Nachkommen des Hephaistos, sie werden aber auch als viel älter angesehen und könnten wie die Titanen einst den Olympiern gegenübergestanden und Vorfahren der Menschen gewesen sein (vgl. PAUSANIAS 9.25.6, zit. nach KERENYI, 65f.).

Sie stehen im Mittelpunkt des Mysterienkultes von Samothrake, die dort verehrte Demeter trug den Titel Kabiria (wie auch in Böotien).

Einige Namen von Kabiren sind Axieros, Axiokersos und Axiokersa. Der erste Bestandteil des Namens ist eine kultische Anrufung, da gr. axios „würdig” bedeutet.
Diese drei Namen sollen auch in der geheimen Sprache der Kabiren Namen dreier Gottheiten sein. Axieros bedeute demnach die Demeter, Axiokersa die Persephone und Axiokerses den Pluto (HEDERICH, Sp. 496f.).
Axiothea (die würdige Göttin) ist der Name einer gelegentlich als Gattin des Prometheus genannten Gestalt, was den Titanen Prometheus in die Nähe der Kabiren rückt.

Ein anderes Element, das die Kabiren mit den Titanen gemeinsam haben, ist ein begangener Ur-Frevel. Wie in orphischer Dichtung (Onomakritos, 6. Jh. v.) vom Mord der Titanen am kleinen Dionysos erzählt wird (siehe Zagreus), kennt man von Kabiren eine Geschichte vom Brudermord. Dabei sollen die älteren den jüngsten erschlagen, ihm den Kopf abgerissen und in ein purpurnes Tuch gehüllt haben.

Von solchem Ur-Frevel zu reinigen war dann auch Gegenstand der Mysterien-Kulte.
Das Kabirion-Heiligtum bei Theben soll von einem Ureinwohner namens Prometheus und seinem Sohn Aitnaios gegründet worden sein, dem Demeter die Mysterien gebracht habe (PAUSANIAS 9.25.6, zit. nach KERENYI, S. 64).
Jener Aitnaios sei dabei der Hephaistos gewesen (nach dem Vulkan Ätna auf Sizilien), von dem auch sonst die Kabiren herstammten, ihr Ahnherr der Titan Prometheus, wie auch ihr Kult in Athen nahelegt, wo sie gemeinsam ihren Altar hatten oder auf Lemnos, wo in ähnlicher Konstellation der Kadmilos dem älteren Prometheus zur Seite stand (ebd.).

Auf Samothrake wurden auch die Dioskuren Kastor und Polydeukes als Kabiren verehrt.

Kabiros hieß auch ein Schutzgott der Mazedonier; die Kabiriden waren Nymphen, die als Schwestern oder Töchter der Kabiren galten.

Vermengt werden die Kabiren mit vielen anderen, außer mit den Titanen mit den Kureten, den Dactylen oder den Penates Dii, auch die Götzen des Laban sollen sie dargestellt haben.