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| Griechische Mythologie | |
lat. Cadmus, Kadmus; von phöniz. Cadam, der Morgen, (siehe Kadmoniter), andere Herleitung Führer, Feldherr (HEDERICH, Sp. 589)
Kadmos ist der Gründer der Burg Kadmeia, aus der die Stadt Theben hervorging. Er ist Sohn des Königs Agenor von Tyros, der Sohn des Poseidon und der Libye war, und der Telephassa (bzw. Damno, Argiope oder Antiope). Es gibt aber auch die Ansicht, Kadmos sei nicht Sohn des Agenor gewesen sondern ein Koch in Diensten des Königs von Sidon oder auch ein syro-phönizischer Kaufmann.
Schwester des Kadmos ist die Europa, Brüder sind Phönix und Kilix. Als Eltern werden auch Ogygos und Jolambe genannt.
Kadmos wurde Gatte der Harmonia, einer Tochter des Ares und der Aphrodite, und von ihr Vater von Polydorus, Semele (Mutter des Dionysos), Ino, Autonoe (Mutter des Aktäon), Agave (Mutter des Pentheus) und später noch des Illyrius.
Alle diese Nachfahren bescherten dem Kadmos mehr oder weniger viel Unglück, weshalb er später verdrossen Theben verließ. Das Elend wird auf die Wut der Hera zurückgeführt, da ihr Gatte Zeus erst mit der Europa, dann mit Semele, der Tochter des Kadmos, fremdging (OVID, Metamorphosen, 3,253-259).
Im Auftrag seines Vaters Agenor begab Kadmos sich auf die Suche nach seiner Schwester Europe, die der höchste der olympischen Götter, Zeus, entführt hatte. Außer ihm beteiligten sich noch seine Brüder sowie die Mutter an der Suche, wobei Agenor befohlen hatte, nur mit der Europa zurückzukehren.
Vor Rhodos geriet ihre Expedition in einen Seesturm und Kadmos vermeinte, die knappe Rettung dem Poseidon zu verdanken, dem er auf Rhodos einen Tempel errichtete. Sie segelten weiter nach Thrakien, wo Telephassa starb und sich auch kein Hinweis auf Europa fand. Göttlichen Rat suchend begab sich Kadmos nach Delphi.
Auf Anraten des Apollon im Orakel von Delphi brach er die Suche ab und folgte einer Kuh aus der Herde des Pelagon, die ostwärts durch das phokische Land wanderte. An einem Platz in Böotien, wo das Tier sich schließlich ermüdet niederlegte, gründete er der Weisung der Pythia gemäß eine Stadt, das spätere Theben.
Weil jede Siedlung zu gesundem Gedeihen Wasser braucht, ging Kadmos auf die Suche nach einer Quelle. Er fand eine, doch wurde sie von einem dem Kriegsgott Ares heiligen Drachen bewacht. Kadmos tötete den und säte auf Anraten der Athene dessen Zähne aus. Die aufgehende Saat* erbrachte Krieger, die sich gleich nach dem Emporkommen gegenseitig umbrachten. Immerhin fünf blieben übrig und begründeten den Adel Thebens, die Sparten (Echion, der später Gatte der Agave wurde, Udäus, Chtonius, Hyperenor und Pelor).
Eine Deutung dieser Episode sieht darin die Überwindung eines älteren thebanischen Königs Drakon. Dessen Untertanen seien jene Zähne gewesen, die Kadmos gegeneinander aufgebracht habe und endlich sich den Rest unterworfen (Palaephatus, c. 6, zit. nach HEDERICH, Sp. 594).
*Eine ebensolche Landwirtschaft betrieb zu Kolchis der Iason der Argonautensage.
Es ist auch von gewaltsamer Aneignung des Landes die Rede. Dabei sei ein Teil der Bewohner, die Hyanten, vertrieben worden, die anderen, Aonen genannt, konnten in ihren Dörfern verbleiben.
Sicherheitshalber legte Kadmos die Festung Kadmeia an, die dann zu Theben wurde (nach Pausanias Boeot. c. 5, zit. n. HEDERICH, Sp. 591). Diese Gründung soll sich J. d. W. 2502 zugetragen haben (CALVISIUS, zit. n. ebd., Sp. 595).
Zur Heirat mit Harmonia kam es, weil Kadmos als Buße für die Tötung des Drachens acht Jahre dem Ares zu dienen hatte und in sich in dieser Zeit dessen Tochter in Kadmos verliebte.
Kadmos wurde auch als der angesehen, welcher das Alphabet von Phönizien nach Griechenland gebracht habe, welches die bislang gebräuchlichen pelasgischen Schriftzeichen ablösten (Herodot, L. V. Sect. 58 u. a., zit. n. HEDERICH, Sp. 591).
Beim Aufenthalt in Thrakien soll er am Berg Pangäus auch die Schmiedekunst erfunden und in Theben eingeführt haben. Von hier soll er auch den Dienst des Dionysos mitgebracht haben, gegen den sich später sein Nachfolger Pentheus wandte.
Soweit ließ sich die Gründung Thebens gut an, doch begann bald das Unglück mit seinen Kindern und Enkeln (Ovid, Metamorph., IV,563) und/oder die Streitigkeiten mit Amphion und Zethus bzw. wegen der Ermordung des Linus.
Kadmos verließ Theben und nahm mit Harmonia nördlich von Theben bei den Encheliern am Flusse Drilo Wohnung.
Als den Encheliern durch die Illyrer Krieg drohte, riet ihnen das Orakel, den Kadmos zum Heerführer zu machen. Der trug den Sieg davon und dehnte damit seine Herrschaft über Illyrien aus.
Hier wurden Kadmos und Harmonia in Schlangen verwandelt und Zeus entrückte sie nach Elysion.