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| Griechische Mythologie | |
(Calydonius Aper) Homer berichtet, daß dieses Schwein die Landschaft um die Stadt Kalydon in Aitolien verwüstete, weil der König Oeneus beim Opfern alle Götter bedacht hatte, unglücklicherweise dabei aber die Artemis (röm. Diana) vergessen hatte, die darüber erbost das gewaltige Untier sandte (HOMER, Ilias 9.529ff.).
Dieses Schwein, die Mutter war das Kromyonische Schwein, war von der Größe eines Ochsen, hatte Borsten wie Spieße und Zähne wie ein Elefant, dabei war es von weißer Farbe. Aus seinem Rachen spieh es heiße Dämpfe, die alles verdarben, was sie berührten. Es verwüstete nicht allein Gärten und Felder, sondern tötete auch das Vieh. Wegen dieser Sau rettete sich bald die gesamte Landbevölkerung in die Stadt Kalydon, bis es ein großes Aufgebot heldenhafter Jäger zur Strecke brachte.
OVID zählt in seinen Metamorphosen die Jagdgesellschaft im einzelnen auf: Anführer war Meleager, der Sohn des Königs Oeneus. Ihm standen Admetus, Akastus, Alcimus, Amphiaraus, Ancäus, Cäneus, Kastor und Pollux, Dorceus, Dryas, Echion, Enatäphorus, Eupalamos, Eurytion, Eurytus, Hippasus, Hippothous, Hyleas, Idas, Jason, Jolaus, Kteatus, Lelex, Laertes, Leucippus, Lynceus, Mopsus, Nestor, Panopeus, Pelagon, Peleus, Pirithous, Plexippus, Phönix, Phyleus, Sebrus, Telamon, Theseus, Toxeus und die Atalanta bei (OVID, Metamorphosen. VIII. 301), andere Schriftsteller nennen noch weitere Teilnehmer, z.B. Iphikles, den Halbbruder des Herakles.
Diesen Helden wird auf der Jagd einiges abverlangt. Es gelingt zwar, das Wild in einer Schlucht inmitten des von ihm bewohnten Waldes aufzuspüren, doch wehrt das wütende Borstenvieh die Jagdhunde ab, die Waffen der Jäger bleiben zunächst wirkungslos, was sowohl dem Eingreifen der Göttin Artemis (Diana) als dem mangelndem Glück und Geschick der Jäger zuzuschreiben ist. Mutig geht das Schwein seine Gegner an, wirft einige zu Boden, scheucht den Nestor auf einen Baum, schlägt manche Wunde, dem Ancäus reißt es sogar den Bauch auf, der Peleus streckt versehentlich den Eurytion nieder. Endlich gelingt es der Atalanta, dem Untier eine erste Verletzung zu versetzen und nach längerem Getümmel vollstreckt endlich Meleager mit seinem Spieß.
Der tapferen Heldin Atalanta überläßt Meleager die Haut des Tieres. Weil das den Brüdern seiner Mutter Althäa, Ideus, Lynkeus und Plerippus, nicht gefällt und sie es ihr abnehmen, tötet sie Meleager und stirbt am Fluch der eigenen Mutter, nach mancher Überlieferung bricht wegen der Trophäe sogar ein Krieg zwischen Kureten und Ätoliern aus.
Die Zähne und die Haut widmete man der Göttin, in ihrem Tempel zu Tegea fanden sie Verwahrung. Später nahm die Zähne der römische Kaiser Augustus mit nach Rom und ließ sie im Tempel des Bacchus, der im Garten des Cäsar stand, ausstellen. Sie sollen gut einen Meter lang gewesen sein.
| Quellen & Literaturhinweise |
| Bei der Zusammenstellung half besonders: Hederich, Benjamin Gründliches Mythologisches Lexikon Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. 1996, Wissensch. BG., Darmstadt |
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