Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Griechenland - Kreta
 

Knossos

Eine Stadt auf der Insel Kreta, etwa fünf Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt Iraklion. Knossos ist die bedeutendste Stadt der minoischen Kultur Kretas.


 
Seit 1900 nahm der englische Archäologe A. Evans in Knossos Ausgrabungen vor, wobei er eine teilweise Rekonstruktion des Palastes von Knossos versuchte.
In mehreren Schichten fand man einen Palast, der etwa 2000 v. entstanden sein soll. Um 1450 soll diese Anlage zerstört worden sein, vermutlich durch ein schweres Erdbeben (YONAH u. SHATZMAN, S. 243).
Über dem älteren Palast errichtete man einen jüngeren Bau, der an die 10.000 qm Fläche überbaute. Die anliegende Stadt Knossos soll damals rund 50.000 Einwohner beherbergt haben, viele Tontäfelchen mit den auf Kreta benutzten Linear-Schriften sind erhalten. Dieser jüngere Palast wird achäischen Griechen zugeschrieben, die in der zweiten Hälfte des 2. Jt. nach Kreta gelangten. Gegen Ende des zweiten Jahrtausends verging auch dieser Bau.
Von dem Palast ging die nach bisherigen Funden älteste gepflasterte Straße Europas aus (um 1600 v.), die am Ausgrabungsort zu bestaunen ist.

Der Palast von Knossos wird dem König Minos (II.) der Sage zugeschrieben, sein gewaltiger, durch zahllose Wände und Hallen verwirrender Grundriß soll den Mythos vom Minotaurus inspiriert haben, der in einem Labyrinth gelebt haben soll.

Am minoischen Palast fiel auf, daß keinerlei Mauern oder Türme zur Befestigung vorhanden waren. Der König von Knossos soll vielmehr auf seine starke Flotte vertraut haben, die Invasoren bereits im Vorfeld aufbringen sollten, zu Lande stand eine bewegliche Streitmacht zur Verfügung, die über gut ausgebaute Straßen rasch den Feind stellen konnten.

Zu einem solchen Angriff sollte es aber nicht mehr kommen, denn nach J. SPANUTH ereilte Kreta im Frühjahr 1220 v. das Schicksal durch den Ausbruch des Vulkans Thera. Das schloß SPANUTH aus dem Umstand, daß auf den gefundenen Tontafeln nirgends von einem erfolgten Angriff die Rede sei. Überdies seien die Hinterlassenschaften der Eindringlinge über der Ascheschicht gefunden worden, nicht darunter, wie es der Fall sein müßte, wenn solcher Angriff vor dem verheerenden Vulkanausbruch erfolgt sei. Tatsächlich seien die Angreifer — SPANUTH erkennt in ihnen der Katastrophe von Atlantis entronnene Nordvölker — erst nach dem Untergang von Knossos auf die Insel gekommen und seien dabei auf keinen Widerstand der Einwohner mehr gestoßen (Die Atlanter, S. 297).

Über den Trümmern des Palastes wurde um 1000 v. das dorische Knossos gegründet, das bedeutendste Stadt Kretas wurde, bis es 74 v. von den Römern erobert wurde.

Im 9. Jh. n. wurde es von Arabern zerstört.