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| Griechische Mythologie | |
(griech. Rundaugen; lat. Cyclopes; Zyklopen) Einäugige Riesen und eines der alten Göttergeschlechter.
Sie sind nach HESIOD Söhne der Gaia und des Uranos und heißen Arges, Brontes und Steropes. Ihre Geschwister sind die älteren Titanes und die jüngeren Hekatoncheires. Auf der Stirn saß ihr einziges Auge, sie hatten ein trotziges Herz und waren voller Listen. Zeus erhielt von ihnen später Blitz und Donner. (Theogonie, 139-146)
Uranos verabscheute seine Nachkommen und barg sie im Schoß der Gaia. (Theogonie, 154-158)
Als Zeus seinen Vater Kronos, welcher selbst seinen Vater Uranos abgelöst hatte, stürzte, befreite er dabei auch die Kyklopen und erhielt von ihnen zum Dank Donner, rauchenden Blitz und blendenden Strahl, die zuvor die riesige Gaia verborgen hatte und die nun Zeus Instrumente seiner Herrschaft waren. (Theogonie, 501-506)
Die Kyklopen sollen die Erbauer der vorgriechischen Befestigungsanlagen gewesen sein, weshalb von kyklopischen Mauern die Rede ist: sie schleppten die Steine zum Bau der Mauern von Tiryns und Mykene. Überhaupt sollen sie gute Handwerker gewesen sein, die den Göttern wunderbare Kleinodien schmiedeten.
Als Gehilfen des Hephaistos schmiedeten sie tief im Vulkan Aitne dem Poseidon seinen Dreizack, Pluto erhielt von ihnen einen Helm, der unsichtbar machte, von Blitz und Donner des Zeus war schon die Rede.
Weil Zeus mit diesen Waffen den Asklepios getötet hatte, rächte ihn dessen Vater Apollo, indem er die Kyklopen mit seinen Pfeilen erschoss. Einen solchen Pfeil kann man als Sternbild Pfeil (Sagitta) noch heute am Himmel erkennen.
Insgesamt aber scheint es mehrere Arten Kyklopen gegeben zu haben, weshalb auch ganz verschiedene Eltern angegeben wurden. Es sollen ihrer drei, sieben oder bis zu hundert gewesen sein.
In HOMERs Odyssee ist zu lesen, wie Odysseus und seine Begleitung im Land der Kyklopes sind. Der Kyklop Polyphem, ein Sohn des Poseidon, verspeist einen nach dem anderen, bis Odysseus ihn trunken machte und blendete. So konnte Odysseus mit den Seinen fliehen. Diese Kyklopen werden als ungeschlachte Riesen dargestellt, die ohne Zivilisation auf Sizilien dahinlebten und sich von dem nährten, was ihnen eben begegnete, zum Beispiel auch Menschen.
Andernorts genannte Kyklopen sind Achamas, Acmonides, Geraestus, Harpes.
In Korinth gab es einen den Kyklopen zu Ehren errichteten Altar.
Für den englischen Philosophen FRANCIS BACON (1561 bis 1626) stehen die Kyklopen für grausame Minister, deren ein Herrscher sich bedient, um sein Volk auspressen zu können. Treiben sie es gar zu arg, dann läßt der Herrscher sie fallen, bedarf er ihrer wieder, so setzt er sie erneut ein, ehe er ihnen endlich doch ein schmähliches Ende bereitet, um sein geplagtes Volk zu beruhigen und sich selbst als fürsorglich darstellen zu können Die Weisheit der Alten, 1991, S. 17).
Auch das deutsche Mittelalter kannte mit dem Volk der Arimasper einäugige Wesen. Ihnen begegnete Herzog Ernst auf seiner abenteuerlichen Reise ins Heilige Land.
In der Zoologie ist Cyclops eine Gattung einäugiger Wasserflöhe, die besonders Aquarienfreunde kennen.