Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie
 
 

Labyrinthos

(griech. „Haus der Doppelaxt”, dt. Labyrinth, lat. Labyrinthus) Ein gewaltiges und unübersichtliches Gebäude bei Knossos auf Kreta.

Dieses Bauwerk mit seinen verschlungenen Gängen und zahllosen Höfen erbaute Daidalos im Auftrag des kretischen Königs Minos.

In diesem Labyrinth wurde der Minotauros gefangen gehalten.

Eine These lautet, die Ruinen des gewaltigen Palastes des Minos seien später als das sagenhafte Labyrinth gedeutet worden. Unbenommen davon ist die Idee, daß es ein Labyrinth sein könnte, eine sehr alte.

Anders als die in Rätselecken verbreiteten Suchspiele kennt das abgebildete Urlabyrinth keine vertrackten Abzweigungen und Irrwege. Ein einziger Pfad führt in das Zentrum, sich ihm mal nähernd, mal fieder entfernend. Solche Labyrinthe sind auch aus Klosteranlagen bekannt und beliebte Meditationsübung.
Insbesondere, wenn solche Anlagen im Mittelpunkt eine Höhle oder Grube haben, erinnert das an Zeremonien des Übergangs von Diesseits ins Jenseits, wobei die Höhle das Grab bzw. den Mutterschoß bei der Heimkehr in Mutter Erde symbolisiert.

„Im Labyrinth kann man sich nicht verirren
 
Im Labyrinth findet man sich.”

 

Auf der Insel Delos soll der Held Theseus einen „Kranich” (griech. Geranos) genannten Reigen eingeführt haben. Diesen den Gängen des Irrgartens auf Kreta nachempfundenen Tanz hatte er von seiner Geliebten, der kretischen Königstochter Ariadne, die ihn ihrerseits vom berühmten Handwerker und Erfinder Daidalos erlernt hatte. Ein von Daidalos gefertigtes Bild dieses bereits bei HOMER erwähnten „Reigens der Ariadne” (Illias 18.590ff.) fand sich nach PAUSANIAS in Knossos auf Kreta (Böotien 40,3).
„Sie tanzten darinnen nach einer gewissen Ordnung in einem Kreise herum und wieder zurück und auseinander” (PLUTARCH in Theseo, zit. n. HEDERICH, Gründl. mythol. Lex., Sp. 2350).