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| Griechische Mythologie | |
(griech. vergessen, hebr. Lat, Verbergen, Schlupfwinkel) In der griechischen Mythologie ist Lethe der Fluß, der ganz am Rande des Okeanos das im fernstem Westen gelegene Elysion umfließt.
Die Quelle der Lethe vermutete man im Altertum am Eingang der Schlucht Herkyna bei Lewadia in Böotien.
Lethe ist der Fluß des Vergessens. Wer immer von Lethes Wasser trank, vergaß alles, sowohl die angenehmen wie die widerwärtigen Prägungen des Lebens auf der Erde oder im Elysion. Das war sinnvoll, da bei einer Rückkehr eines Verstorbenen in einem neuen Körper ansonsten Unzufriedenheit mit der neuen Lage überhand nähme. Allerdings stellte man sich das Dasein im Totenreich des Hades deshalb auch reichlich stumpfsinnig vor.
Die Erdichtung [der Lethe sei] dem Pythagoras beyzumessen (...), welcher anders nicht wohl mit seiner Seelenwanderung zu Rechten kommen können (HEDERICH, Gründl. mythol. Lex., Sp. 1458). Weiter heißt es, die gesamte Dichtung von der Unterwelt solle mit dem Orpheus aus Ägypten stammen (ebd.).
Lethe entspringt einer Quelle, die an der Wurzel einer weißen Zypresse sprudelt. Hier trifft die Seele des Toten ein und trinkt dürstend aus der Lethe, worauf alle seine irdischen Erfahrungen ausgelöscht sind.
Vorbereitende Initiation sollten den Mysterienschüler (Orphik) auf diesen Durst einstellen. die Seele des eingeweihten soll den Durst zunächst ertragen und statt des Wassers der Lethe nach der Quelle des Erinnerns, Mnemosyne, suchen. Nur dann könne er nach seiner Wiedergeburt auf vorherige Erfahrung und Erkenntnis aufbauen (WALKER, S. 608).