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 Griechische Mythologie
 
 

Leto

(von gr. gleto „die Glänzende”, lat. Latona, Leto, Lato) Eine griechische Muttergöttin.

Leto ist die Tochter des Koios und der Phoibe, die beide Kinder der Gaia und des Uranos waren. (HESIOD, Theogonie, 133-135) Sie, die dunkel gewandete, ist allzeit freundlich, „mild zu den Menschen und ewigen Göttern, freundlich von Anbeginn, sanfteste Göttin im ganzen Olympos.” Ihre Schwester ist die Asterie. (ebd., 404-409)

„In Liebe vereint mit dem aigisführenden Zeus” gebar Leto den Apollo und die pfeilfrohe Artemis. (Theogonie, 918) Der Ort der Empfängnis soll Didyma in Kleinasien gewesen sein.
Das war aber nicht so einfach, wie HESIODs Verse vermuten lassen, denn sie wurde von Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, verfolgt, die ihr den Drachen Python nachgehetzt haben soll.

Auf dieser Flucht wurde Leto in keinem Land Asyl gewährt, weil Hera der Erde das Versprechen abgenommen hatte, der Leto für ihre Niederkunft keinen von der Sonne beschienenen Platz zu gewähren.

Aber der Meergott Poseidon senkte den Wasserspiegel soweit ab, daß die zuvor völlig überschwemmte Insel Otygia teilweise trockenfiel, da nämlich der Berg Kynthos der späteren Insel Delos über die Wasseroberfläche ragte. Leto verwandelte sich sicherheitshalber noch in eine Wachtel und gebar dann unter einer Palme zunächst die Artemis, die der Mutter daraufhin half, auch mit dem Apollo niederzukommen. Zusätzlich lärmten die bereits bei der Geburt des Zeus bewährten Kureten, so daß diese Ereignisse vor der Hera verborgen blieben.

Es heißt auch, Leto sei von den nordischen Hyperboreern nach Delos gekommen. Damit Hera sie nicht entdeckte, hatte sie die Gestalt eines Wolfes angenommen.

Solange Leto noch schwanger war, bedrängte sie der Riese Tityon. Den erschlug der Zeus mit seinem Blitz (oder das war etwas später und Letos Kinder halfen ihr).

Ihre Kinder blieben ihrer Mutter auch später allzeit gewogen und verteidigten sie gegen den Spott der Niobe, die mit ihren vielen Kindern prahlte, wogegen Leto derer nur zwei hatte.

Denn vorerst hatte Leto weiter vor dem Zorn der Hera zu entfliehen. In Lykien beispielsweise veranlaßte sie einige Bauern dazu, Leto am Trunk aus einem See zu nehmen. Das ahndete Zeus, indem er diese Bauern in lauter Frösche verwandelte (OVID, Metamorphosen, 6.317-381).

Der Ort Zoster in Attika trägt seinen Namen nach dem Gürtel der Leto, die einen solchen hier ablegte, ehe sie sich zum Bade in die See begab.

Andere Tempel hatte Leto auf Delos, in Lykien oder zu Amphigenia. Sie galt als eine Göttin der Nacht und des Verborgenem.