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| Griechische Mythologie | |
(v. gr. Wolf, lat. Lycaeus) Ein Beiname der Götter Zeus, Pan und Apollo.
Den Zeus nannte man in Arkadien nach dem Berg Lykaion Zeus Lykaeos. Hier am Platz Kretae im Lykaion soll Zeus von den Nymphen Theisoa, Neda und Hagno aufgezogen worden sein. Es sei nach Ansicht der Arkader nicht die Insel Kreta gemeint, die auch als solcher Ort gilt, sondern dieser Platz Kretea. Das Heiligtum durfte kein Mensch betreten, wer es dennoch tat, den sollte binnen Jahresfrist der Tod ereilen. Von eindringenden Tieren und Menschen hieß es, sie würfen dort keinen Schatten. Oben auf dem Berg stand ein Heiligtum des Zeus, bestehend aus zwei Säulen mit goldenen Adlern obenauf. Von hier aus konnte man weite Teile des Peloponnes überblicken. Dieser Kult des Zeus wurde sehr geheimgehalten (PAUSANIAS,Arkadien, 38.2 u. 6).
Auch nach dem arkadischen König Lykaon soll Zeus den Beinamen haben, da dieser den Kult des Zeus mit den Lyzäen eingeführt hatte, geht die Deutung in gleiche Richtung (HEDERICH, Mythol. Lex., Sp. 1485).
Zeus Lykaios wurde als Regenspender verehrt.
Nach der Nymphe Hagno, die den Zeus aufgezogen haben soll, wurde im Lykaiongebirge eine Quelle benannt. In diese Quelle tauchten Priester des Lykaios nebst den vorgeschriebenen Opferungen einen Eichenzweig oberflächlich ein, um bei anhaltender Trockenheit Regen zu erbitten. Aus dem Wasser sollte dann ein Nebel aufsteigen, der sich zu größeren Wolken formierte und den ersehnten Ringen brachte (PAUSANIAS,Arkadien, 38.4).
Auch der Pan soll auf dem Berg Lykaion geboren sein, er heißt darum Pan Lykaios und hatte seinen Tempel und heiligen Hain.
Besonders bei dem Lupercalien genannten Fest wurde Pan unter diesem Namen verehrt.
Den Apollo nannte man zu Sikyon Lykaios. Einst soll er den Einwohnern dort durch sein Orakel verraten haben, wie sie der zahlreichen Wölfe Herr werden könnten. Apollo riet ihm, aus einer bestimmten Rinde ein Gift zu bereiten, das sie in Fleischködern auslegen sollten. Das Rezept wirkte offenbar, denn die zu Sikyon errichteten dem Apollo Lykaios einen Tempel in welchem das rindenspendene Holz verwahrt wurde — die botanische Art ist allerdings nicht überliefert (PAUSANIAS,Argolis, 9.7).