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 Griechische Mythologie
 
 

Manto

Sie gilt als Tochter des Sehers Tiresias von Theben. Als die Epigonen Theben erobert hatten, entführten sie Manto und weil sie vor dem Kampf gelobt hatten, dem Apollo das Beste zu übereignen, was sie erbeuten würden, sandten sie Manto zum Heiligtum von Delphi. Vom Führer der Epigonen, Alkmaion, wurde sie Mutter des Amphilochos und der Teisiphone.

Von Delphi sandte Apollo die selbst in Wahrsagerei bewanderte Manto nach Karien, wo sie Gemahlin des Kretensers Rhakios wurde, der gerade Karien eroberte. Mit ihm wurde Manto Mutter des Mopsus, der selbst ein Seher wurde.
Dem Apollo errichtete Manto in Karien einen Tempel, in dem der Gott Apollo Klarius genannt wurde.

Auch nach Italien soll Manto gekommen sein. Hier sei sie Mutter eines Sohnes geworden sein, der Bianor oder Ocnus hieß und nach seiner Mutter Mantua genannt wurde.

Manto soll auch Tochter des Hercules gewesen sein.

Der Name der Manto (griech. mantis, „Wahrsager”, „Prophet”) fand als Mantik Eingang in den Wortschatz und steht allgemein für Techniken der Weissagung.
In der Zoologie ist Mantis davon abgeleitet Gattungsname der Gottesanbeterinnen, die wegen der betenden Haltung ihrer Vorderextremitäten so genannt wurden (HENTSCHEL u. WAGNER, 1990, S. 328).

In GOETHEs „Faust” ist Manto als Tochter des Äskulap genannt, die hier als eine der Sibyllen gilt. Faust sucht sie gemeinsam mit dem Chiron in ihrem Tempel am Eingang zum Reich der Persephone (Unterwelt Hades) auf. Der meint, Manto könne Faust heilende Wurzelkräfte verschaffen, damit der die Helene erlangen kann (GOETHE, Faust II, 2. Akt, „Am unteren Peneios”, S. 276f.).

Soweit nicht gesondert angegeben folgt die Darstellung der mythischen Überlieferung HEDERICHsGründlichem mythologischen Lexikon”, Sp. 1520f.