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 Griechische Mythologie
 
 

Medea

(gr. Medeia) Eine Frauengestalt der griechischen Mythologie.

Medea ist nach HESIOD Tochter des Königs Aietes, der Sohn des Helios und der Perseis und Bruder der Kirke war, und der Okeanine Idyia. (Theogonie, 956ff.) Durch den Iason war Medeia Mutter des Medeios, den Cheiron, der Sohn des Philyras, im Gebirge aufzog. (HESIOD, Theogonie, 1000ff.)

Medea gilt als Erzzauberin, Hexe und Priesterin der Hekate.

Als Iason auf der Argonautenfahrt an den Hof ihres Vaters kommt, verliebt Medea sich in ihn und hilft ihm, das Goldene Vlies zu holen. Sie flieht mit ihm vor dem sie verfolgenden Vater in Iasons Heimat Jolkos. Die Flucht gelingt, weil Medea ihrem Vater die Gliedmaßen ihres Bruders Apsyrtos in den Weg streute.

Angekommen in Jolkos kocht Medea in ihrem Kessel den Vater des Iason, Aison, in einem Kräuterbad und gab ihm so seine Jugend wieder. Aison war von Pelias vom Thron verdrängt worden. Dessen Töchter wollten auch einen jungen Vater. Medea riet ihnen, auch ihren Vater in Kräutern zu kochen, gab aber eine wirkungslose Kräutermischung an, so daß Pelias durch seine eigenen Töchter getötet wurde.

Medea und Iason mußten fliehen und gelangten nach Korinth. Dort verließ Iason sie zugunsten der Kreusa (bzw. Glauke), der Tochter des dortigen Königs Kreon. Eifersüchtig schickte Medea der ein vergiftetes Kleid. Weiter übte Medea Rache, indem sie ihre eigenen und Iasons Kinder tötete. Die bestattet sie im Heiligtum der Hera, der Gattin des Zeus, die selbst sehr unter der Untreue ihres Mannes zu leiden hat und dessen Gespielinnen samt den Nachkommen zu vernichten sucht.

Nach diesen Taten floh Medea nach Athen, wo sie den Aigeus heiratete. Mit ihm hatte sie einen Sohn namens Medos. Medea versuchte in Athen den Theseus zu töten. Das mißlang und sie mußte erneut fliehen, diesmal nach Medien. Die geglückte Flucht verdanken sie einem von geflügelten Drachen gezognen Wagen, den ihr ihr Großvater Helios gegeben hatte. Der Name Medien geht auf ihren und den ihres Sohnes zurück, den sie auf ihrer Flucht mitnahm. Sie sind die Vorfahren der Meder.

Das Schicksal der Medea fand in der antiken Literatur regen Widerhall. Erstmals erwähnt sie Hesiod in seiner Theogenia (958), später schufen Sophokles und Aischylos Tragödien, die leider verlorengingen, doch blieben jüngere Bearbeitungen des Stoffes durch Euripides und später durch den Römer Seneca erhalten. Die „Argonautika” des Apollonius Rhodius aus dem 3. Jh. v. breitet besonders die Liebesgeschichte zwischen Medea und Jason aus. Auch in der Gegenwart ist Medea ein gern gespielter Bühnenstoff, der in immer neuen Interpretationen bearbeitet wird.