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| Griechische Mythologie | |
Diesen Namen tragen zwei Könige von Kreta, zum einen der erste König über Kreta und Begründer der nach ihm benannten minoischen Kultur, zum anderen dessen Enkel.
Der ältere Minos gilt als Sohn des Zeus (HOMER, Odyssee, 11.568) und der Europe, die Tochter des phönizischen Königs Agenor. Als (Zieh-)Vater wird auch Asterius genannt, ein König von Kreta, als Mutter Asia.
Seine Brüder sind Rhadamanthys und Sarpedon.
Gattin des Minos war Itone, Tochter des Lykus. Von ihr war er Vater von Lykastus. Eine andere Tochter sei Akakallis gewesen, in die sich Hermes und Apollo verliebten.
Minos herrschte in der Stadt Apollonia, das später in Kydon umbenannt wurde. Er gilt als Gesetzgeber Kretas, der diese Gesetze von Zeus selbst empfing. Alle neun Jahre soll er den in einer Höhle im Berg Ida aufgesucht haben, um seine Freundschaft mit dem Gott zu erneuern und Anweisung zur Fortschreibung des Gesetzbuches erhielt. Es heißt auch, er habe volle neun Jahre in der Höhle verbracht. Das soll aber aufgrund einer verstümmelten Textstelle so verstanden worden sein (HEDERICH, Myth. Lex., Sp. 1638)
Nach seinem Tod wurde Minos wegen seiner gerechten Gesetzgebung und Herrschaft zusammen mit Rhadamanthys und Aiakos Totenrichter im Hades, wobei Minos deren Vorsitzender war.
Mit einem goldenen Zepter in der Hand die Toten richtend, erblickte ihn Odysseus, als er am Rand des Okeanos den Toten opfert und ihre Seelen in der Unterwelt erblickt (HOMER, Odyssee, 11.568-570). In der anderen Hand schüttelt Minos beim Richten eine Urne, die das Schicksal des Toten enthält (VERGIL, Aeneis, 6.432).
Auch einer seiner Enkel hieß Minos, dessen Gestalt vielfach mit dem vorgenannten verschwimmt.
Er ist der Sohn des Lykastes, dem Sohn des Minos, wenngleich auch sein Vater Zeus selbst gewesen sein soll. Seine Gattin ist die Pasiphaë, die Tochter des Sonnengottes Helios.
Der Ehe entspringen sieben Kindern, darunter Androgeos, Ariadne, Deukalion und Phaidra.
Er hatte noch weitere Liebschaften, doch soll er aufgrund eines Zaubers der Pasiphae allen Unglück gebracht haben, einzig die Prokris widerstand seiner Giftigkeit.
Minos erbat von Poseidon, ihm einen Stier als Zeichen seiner Königswürde zu senden, den er ihm anschließend opfern wollte. Als er das Tier sah, brachte er es aber nicht übers Herz, es zu töten. Darüber erbost verzauberte Poseidon des Königs Gattin Pasiphaë, die fortan in den Stier verliebt war. Sie ließ sich von dem genialen Handwerker Daidalos, den Minos an seinem Hofe aufgenommen hatte, als der aus Athen fliehen mußte, in eine Kuh verkleiden, paarte sich mit dem Stier und gebar den Minotauros, ein Ungeheuer aus Mensch und Stier.
Vom Daidalos ließ Minos das Labyrinth erbauen und sperrte den Minotauros darin ein.
Sein Sohn Androgeos wurde in Athen ermordet. Minos unternahm einen Rachezug. Er eroberte die Städte Nisa und Megaera (mit Hilfe der Skylla) und zwang endlich mit Hilfe der Götter die Stadt Athen, alle sieben (oder alle neun oder jährlich) Jahre sieben Knaben und sieben Mädchen nach Kreta zu entsenden, wo sie in das Labyrinth zum Minotaurous gegeben wurden.
Erst Theseus befreite die Stadt von diesem Tribut, was unter anderem mit Hilfe des Daidalos gelang, den daraufhin Minos ins Labyrinth sperrte.
Als Daidalos nach Sizilien zum König Kokalos geflohen war, verfolgte Minos ihn, wurde aber von Töchtern des Kokalos im Bade getötet.
Eine Tragödie des Sophokles, die sein Schicksal besang, ist verschollen.