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 Griechische Mythologie
 
 

Narkissos

(lat. Narcissus, dt. Narziß) In der griechischen Mythologie ein schöner Jüngling, Sohn des argivischen Flußgottes Kephissos, der die Nymphe Leiriope (bzw. Lirioessa) in einer seiner Windungen eingefangen hatte..
Ihm hatte der Seher Teiresias geweissagt, er solle so lange leben, bis er sich selbst kennengelernt habe (Ovid, Metamorposen 3.339-356).

Sterblich verliebte sich in ihn die Nymphe Echo. Verzweifelt, weil sie von Narkissos verschmäht wurde, verging sie zur bloßen Stimme. Dafür wurde er von Nemesis (oder in einer abweichenden Geschichte von der Aphrodite) damit bestraft, daß er sich in sein eigenes in einer Quelle geschautes Spiegelbild verliebte.

Da ihm aber der Gegenstand seiner Liebe, sein eigenes Spiegelbild, unerreichbar blieb, verzehrte er sich in Sehnsucht, bis er sich endlich in die nach ihm benannte Blume (Narzisse) verwandelte.

Narziß soll nach etwas anderen Überlieferung eine ihm völlig gleichende Schwester gehabt haben, die ihn überallhin begleitete, beide liebten sich inniglich. Als die Schwester gestorben war, suchte der trauernde Narziß sie immer wieder in seinem eigenen Spiegelbild zu finden. Weil ihn das ihr nicht näher brachte, erstach er sich endlich und seinem Blut entspross die Narzisse.

 

Für den englischen Philosophen FRANCIS BACON (1561 bis 1626) steht Narziß für jene Menschen, die mit äußerer Schönheit gesegnet sind, sich aber aus eitler Furcht vor öffentlicher Mißbilligung nur mit solchen umgeben, die ihnen — wie ein Echo — schmeichelnd nach dem Munde reden. Diese Gesellschaft führt allmählich zur völligen Verblödung. So sei der Zug der Sage, die Narziß sich in eine Frühlingsblume (die Narzisse) verwandeln läßt, wohl gewählt, da diese Menschen nur in ihrer Jugend blühen (Frühling), dann aber rasch verderben, ohne Spuren zu hinterlassen Die Weisheit der Alten, 17).