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 Griechische Mythologie
 
 

Nektar

(phönik. niqtar. „Würzwein”) Der Trank der griechischen Gottheiten. Neben der Ambrosia ist es der Nektar, dem sie ihre Unsterblichkeit und ewige Jugend verdanken.

Anfangs reichte die Göttin Hebe den Olympiern den Nektar, später, nach dessen Entführung in den Olymp, der Ganymed. (HOMER, Ilias, 4.2-3 u. 20.234)

Als die olympischen Götter gegen die Titanen stritten, holten sie die drei Hundertköpfigen zu Hilfe. Als man ihnen Nektar und Ambrosia zu essen gab, wie sie die Götter selbst essen, kamen die bis dahin gefangenen Riesen zu Kräften und erfochten für die Götter den Sieg. (HESIOD, Theogonie, 635ff.)

Wenn einer der Götter einen am Wasser der Styx geleisteten Schwur bricht, ist die Strafe dafür ein zeitweiliger Entzug von Nektar und Ambrosia und der Ausschluß aus der Gesellschaft der anderen Götter. Ohne die Götterspeise liegt der Gott ein Jahr lang ohne Atem und Stimme ohnmächtig danieder, ehe ihm für neun Jahre der Zugang zu Rat und Gastmahl verwehrt bleibt. Erst nach zehn Jahren wird er wieder in die Runde aufgenommen. (Theogonie, 793-804)

Der Nektar ähnelt dem indischen Soma und dem Met der Germanen. (BELLINGER, 339)

 

In der Botanik nennt man den von den Honigdrüsen (Nektarien) ausgeschiedenen süßen Saft. Wenn Insekten die Blüten aufsuchen, um an diesen Nektar zu gelangen, bestäuben sie nebenbei die Blüten und sichern der Pflanze die Fortpflanzung.
Weil das Gedeihen der Blütenpflanzen wesentlich für Bestand und Fortgang des irdischen Lebens ist, haben die botaniker hier einen sehr passenden Ausdruck gewählt.