Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie
 
 

Nemesis

(gr. „Zuteilung [des Gebührenden]”) Die griechische Göttin des rechten Maßes und der Vergeltung, die aus Übermut begangenes Unrecht bestraft. (BELLINGER, 399)

HESIOD nennt sie eine Tochter der Nacht Nyx. Geschwister sind u. a. Thanatos, Hypnos, die Moiren, die Keren, die Eris (Theogonie, 211-232)

Zeus paarte sich mit Nemesis in Gestalt eines Schwans. Aus dem Ei schlüpfte dank der Pflege der Leda die Helena. Ort des Liebesnests war Attika, hier in Rhamnus gab es einen bekannten Nemesis-Kult (PAUSANIAS, Attika, 33,2f.).

Nemesis straft die menschliche Selbstüberschätzung (Hybris). Als Polykrates seinen Ring ins Meer wirft, um sein übergroßes Glück zu mindern. Wider Erwarten erhielt er ihn zurück und Nemesis strafte ihn. Auch der selbstverliebte Narkissos spürte ihre Macht.

Ein Beiname der Nemesis ist Rhamnusia (OVID, Metamorphosen, III., 406), nach ihrem Heiligtum in Rhamnuos, worin eine von PHIDIAS gefertigte Statue der Göttin stand (PAUSANIAS, Attika, 33,2f.). Das Bild zeigte die Göttin ungeflügelt, auf dem Kopf eine Krone mit Hirschen und kleinen Nikefiguren, in der einen Hand den Zweig eines Apfelbaums, in der anderen eine Schale voller Äthiopier (ebd.). Bei PLINIUS heißt es allerdings, diese Statue sei nicht von PHIDIAS, sondern von dessen Schüler AGORAKRITOS von Paros geschaffen. (Lesermitteilung)

Sie heißt auch Adrasteia („die Unentfliehbare”, z.B. bei AISCHYLOS, Gefesselter Prometheus).

Nemesis steht sinnbildlich für den rächenden Schicksalsschlag.