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| Griechische Mythologie | |
(lat. Oeneus; Öneus) Diesen nennt HOMER als Sohn des Portheus und damit einen Enkel des Ares (Illias, 14.115), sonst gilt er als Sohn des Parthaon und der Euryte.
Einmal besuchte der Gott Dionysos diesen König von Kalydon in Ätolien und fand besonderes Gefallen an der Gattin des Oeneus, der Althäa, einer Tochter des Thestius. Oeneus zeigte sich gastfrei und verfügte sich unauffällig zur Landarbeit.
Soviel Achtung belohnte Dionysos mit einem Weinstock und wies Oineos dessen Pflege und Nutzung. Zu Ehren des Wirts solle die Pflanze fortan Oineos genannt werden. Heute — Jahrtausende später — heißt die Wissenschaft vom Weinbau Oenologie.
Unglück hatte Oineos mit seiner Familie. Nicht allein, daß Althäa ihr Stelldichein mit dem Weingott hatte, dem Deianira entstammte, auch der Ares soll an ihr Gefallen gehabt haben und der Vater des Meleager sein. Schlimmer war, daß der Althäa und des Oeneus Söhne fast alle im Felde blieben, als sie gegen die Kureten kriegten.
Ob der Wein auch seine Schattenseiten hat, sei dahingestellt. Jedenfalls vergaß Oineos einmal beim alljährlichen Opfer die Göttin Artemis. Die erzürnte sandte ihm darum ein gewaltiges Schwein, das fortan als Kalydonisches Schwein Ätolien unsicher machte. Unter Aufbietung wohl aller damals bekannter Helden gelang es nach wilder Jagd dem Meleager, das Borstenvieh unschädlich zu machen (Illias, 9.529).
Nachdem Althäa verstorben war, heiratete Oeneus die Periböa, die Tochter des Hipponus. Mit ihr wurde er Vater des Tydeus.
Im hohen Alter bescherte das Schicksal dem Oineos ein weiteres Abenteuer
Die Söhne seines Bruders Agrius lehnten sich gegen ihn auf, legten ihn in Ketten und geißelten den Alten. Zu seinem Glück kehrte just zu dieser Zeit sein Enkel Diomedes aus Argos zurück, der die Aufständischen mehrstenteils erschlug und Oineos befreite.
Der war nun der Herrschaft müde und übergab sein Reich dem Andrämon und ging mit Diomedes nach dem Peleponnes, wo die Stadt Oenoe nach ihm den Namen erhielt.
In Arkadien sollte Oineos kein friedliches Ende beschieden sein. Jene Söhne des Agrius, die dem Diomedes damals entkommen waren, lauerten dem Alten auf und meuchelten ihn hin, als er gerade der Hestia opfern wollte.
Diomedes bestattete seinen Großvater bei dem hernach Oinoe benannten Ort.
Die Darstellung folgt im wesentlichen Benjamin Hederich: Gründliches Mythologisches Lexikon