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| Griechenland | |
Bei den Griechen der dem Zeus geweihte heilige Bezirk in Elis auf dem Peloponnes und Austragungsort der Olympischen Spiele. Ein uralter Kult der dort wenigstens seit dem frühen zweiten Jahrtausend siedelnden Menschen galt wohl dem Pelops, dem zu Ehren die der Sage nach von Herakles eingerichteten Spiele abgehalten wurden. Pelops und Hippodameia sollen Olympia gegründet haben.
Wegen der Bedeutung Olympias als Kultort wurden hier zahlreiche prächtige Bauten errichtet, verehrt wurden Zeus (Tempel mit von Phidias geschaffener Statue, eines der sieben Weltwunder) und Hera, Pelops und Hippodameia, Athene, Apollon, Artemis, Pan, Alpheios und eine Reihe weiterer Heroen.
Als in den Jahrhunderten nach Christus die Bedrohung aus dem Norden (Goten, Avaren, Slawen) wuchs, baute man 267 n. den Bezirk zur Festung aus. Diese wurde jedoch bei einem Erdbeben zerstört, als der Hang des benachbarten Kronoshügels herabrutschte und die Überschwemmung des Flusses Kladeos ein Übriges tat. Da das Ansehen der Spiele ohnehin gesunken war und diese 394 endgültig aufgehoben wurden, überließ man Olympia dem Verfall. 426 brannten die Reste des Heiligtums ab.
In Olympia fanden ab 776 v. alle vier Jahre im Sommer die Olympischen Spiele statt. Es gab dort zwar schon vorher derartige Spiele, aber erst ab 776 v. begann man diese Olympiaden (gr. olympias, die Zeit zwischen zwei Spielen) zu zählen und die Namen der Sieger aufzuzeichnen; die Olympiaden geben Anhaltspunkte für die historische Zeitrechnung.
Der Sage nach soll Herakles die Olympischen Spiele eingerichtet haben, was möglicherweise auf einen Ursprung der Spiele in mykenischer Zeit hindeutet.
Dauer (erst ein Tag, seit 472 v. fünf Tage), Form und Disziplinen wurden im Laufe der Zeit ausgestaltet.
Seit 720 ist überliefert, daß die Sportler völlig nackt antraten.
708 führte man den Fünfkampf (Penthatlon) ein.
Ab 680 wurden auch Wagen- und Pferderennen ausgetragen, zur Erinnerung an Pelops, der einst den Oinomaos, den Fürsten von Pisa, mit Hilfe des Myrtilos im Wagenrennen besiegt und deshalb dessen Tochter zur Frau erhalten hatte.
Ab 520 veranstalte man den Wettlauf in militärischer Rüstung.
Seit 472 begannen die Spiele mit Opferungen und weiteren religiösen Riten. Am zweiten Tag veranstaltete man die Wagen- und Pferderennen sowie den Fünfkampf der Männer. Am dritten Tag hielten die Knaben ihre Wettkämpfe ab, am vierten wiederum die Männer und am fünften Tag gab es wie am ersten Opfer und Kulthandlungen, ehe ein Siegesmahl zu Ehren der erfolgreichen Teilnehmer die Spiele abschloß.
Schon damals kannte man die Verherrlichung des Siegers, 540 wurde die erste hölzerne Statue eines Siegers aufgestellt. Der Sieger durfte in Olympia so eine Statue seiner selbst aufstellen, die nach dem dritten Sieg auch sein Portrait zeigte. Als Siegespreis gab es zwar stets kein Geld, sondern einen Ölzweig, doch galt der Sieg als höchste Ehre.
Teilnehmen durfte bei den Spielen jeder freie und unbescholtene männliche Grieche, später auch Makedonen, dann auch Römer. Frauen war der Zugang zu den Spielen verwehrt, als Aktive wie als Zuschauer. Nur Mädchen und die Priesterinnen des Tempels waren zugelassen. Ansonsten konnte jeder den Spielen beiwohnen, neben Griechen auch Angehörige von Fremdvölkern (Barbaren). Von jedermann wurde während der Spiele erwartet, den Frieden zu erhalten.
Der Sportler bereitete sich zehn Monate auf den Wettkampf vor, davon mindestens einen in Olympia. Im Rathaus leistete er feierlich den Eid, sich strikt an die Wettkampfregeln zu halten. Auf den Bruch des Eides standen sehr hohe Geldstrafen.
394 n. wurden die Olympischen Spiele abgeschafft, als Theodosius I. alle heidnischen Kulte verbot.
Nach dem Vorbild der antiken Spiele wurden im Jahr 1896 die modernen Olympischen Spiele auf Betreiben des Franzosen Baron de Coubertin wieder eingeführt. Die ersten dieser neuzeitlichen Spiele fanden in Athen statt, seither wechselt der Austragungsort. Die fünf ineinander verschlungenen olympischen Ringe symbolisieren die fünf Kontinente.
Bei den neu eingeführten Olympischen Spielen war zunächst Herakles der überragende Athlet, gegen den niemand anzutreten wagte. Darum gab sich Zeus selbst die Gestalt eines Kämpfers und forderte unter dem Namen Palaestes den Kampf gegen den Helden. Der Kampf wog hin und her, keiner der Kämpen konnte einen entscheidenden Vorteil erringen, bis endlich Zeus sich dem Herakles zu erkennen gab und der Streit aus war. (HEDERICH, Sp. 1840)