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| Griechische Mythologie | |
Zu vielen Gelegenheiten suchten die Griechen den Ratschluß der Götter zu deuten, um für die Zukunft gerüstet zu sein oder den Grund für Fügungen des Schicksals zu erfahren.
An mehreren Orten gabe es dafür besonders geeignete Stätten, die Orakel. Nachdem bestimmte vorgeschrieben Zeremonien durchgeführt waren, wurden dem Fragenden durch ein Medium oder während einer im Tempel verbrachten Nacht im Traum (Inkubation) die Antworten der Gottheit, die Oracula, Manteia oder Chresetereia zuteil.
Am häufigsten wurde im klassischen Griechenland der Gott Apollo befragt, der in Delphi seine berühmteste Orakelstätte hatte, weitere in Abis, Delos, Didyma, Kölaros (Kolophon) und andere mehr. Zeus hatte sein wichtigstes Orakel in Dodona, Asklepios z.B. in Epidauros, Kos, Smyrna, Pergamon und Rom, Pan in Arkadien. Amphiaraos, ein Heros und ursprünglich ältere Erdgottheit, in Oropos.
Außerhalb Griechenlands waren das Ammon-Orakel in Siwa (Sachara), das der Fortuna Primigenia in Italien (Praeneste) und in Rom die Sibyllinischen Bücher von Bedeutung.
Die Befragung von Orakeln kennt nicht nur die Antike. In Tibet wurden noch im 20. Jahrhundert bis zum Einmarsch der V.R.China von Seiten der Regierung vor allen wichtigen Entscheidungen Staatsorakel befragt. Der jeweilige Amtsinhaber versetzte sich in einen Zustand der Trance und sprach mehr oder weniger verständliche Worte, die ein Staatsbeamter notierte. (H. HARRER, Sieben Jahre Tibet, S. 235ff.)