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 Griechische Mythologie
 
 

Orphik

Orphizismus. Eine religiöse Bewegung, die ab dem späten 7. Jh. v. entstand und bis zum Ausgang der Antike lebendig war. Der Name Orphik rührt von ihrem sagenhaften Stifter Orpheus her. Die Orphiker hatten eigene Lehren über die Entstehung der Welt, die Erschaffung des Menschen und sein Geschick nach dem Tode. Sie suchten durch Weihen, Reinigungen und Askese (orphische Mysterien) ein seliges Los zu erreichen.

Um die Zeitenwende war der Orphizismus eine der beliebtesten Mysterienreligionen. Den Menschen bestimmen zwei Kräfte, die Titanischen und die Dionysischen. Die böse, titanische hatten die Menschen von den Titanen selbst, von denen sie abstammen (siehe Prometheus). Das dionysische, göttliche Element des Menschen stammt von Dionysos, den die Titanen vor ihrem Ableben aufgegessen hatten.

Die Orphiker suchten durch Askese das titanische Element zu unterdrücken, betrachteten sie den Körper doch als Grab Soma (seme - Zeichen), in dem die unsterbliche Seele gefangen war. Um aus der ewigen Wiedergeburt auszuscheren, suchten die Gläubigen in einer Reihe von Initiationsriten eine Entsühnung und Loslösung von der Körperlichkeit zu erreichen. Auch verzichteten sie auf Fleischgenuß.

In ihren Initiationsriten erinnerten sie an den Abstieg des Orpheus, als der seine Gattin Eurydike aus der Unterwelt heraufholen wollte.

Als Lohn winkte ein glückliches Los in der Unterwelt. Nachdem der verstorbene Orphiker in der Unterwelt aus dem See der Erinnerung getrunken hat, soll er sich als Sohn des Himmels und der Erde zu erkennen geben. Es begrüßt ihn dort die Persephone und die wird ihn dann zu den anderen Heroen bringen.

Als Erlösungsreligion enthält der Orphizismus Elemente, die auch im Buddhismus (Endlose Wiedergeburt) oder im Christentum (Erlösung und Auferstehung) enthalten sind.

 

„Die Leser der heiligen Bücher des Orpheus kannten eine Erzählung, wonach Phorkys, Kronos und Rhea die ältesten Kinder des Okeanos und der Thetys waren, die ihrerseits von der Erde und dem Himmel oder (...) von der unteren und oberen Hälfte des Ur-Eis abstammten.” (O. KERN, Orphicorum fragmenta, 16, z. n. KERÉNYI, 39)

„Nach einer weiteren Erzählung jener Bücher gab es sieben Titaninnen und sieben Titanen, Kinder der Gaia und des Uranos.” (ebd., 114)