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 Griechische Mythologie
 
 

Pandora

(gr. „Allgeschenk”) Sie ist ein vom Gott Hephaistos geschaffenes Wesen, Gattin des Epimetheus und mit ihm Mutter der Pyrrha, dazu Mutter menschlichen Trübsals.

Um die Menschen für den von Prometheus begangenen Feuerdiebstahl zu bestrafen, ließ Zeus von Hephaistos eine Frau schaffen, mit verführerischen Reizen ausstatten und dann mit einem Faß voller Übel, der Büchse der Pandora auf die Erde schicken, wo Epimetheus sie trotz der Warnung seines Bruders Prometheus zur Gattin nahm.

Pallas Athene half dem Hephaistos dabei, die von ihm aus Erde geschaffene Frau zu schmücken. Sie gab dem Wesen einen Gürtel und ein schimmerndes Kleid, einen von ihr gewebten kunstvollen Schleier sowie liebliche Kränze von frischen Wiesenblumen zum Schmuck des Hauptes. Hephaistos selbst legte ihr einen Goldreif ums Haupt, der in getriebenen Bildern allerlei Wesen abbildete, welche Erde und Meer nähren. (HESIOD, Theogonie, 573-584)

Als Pandora, diesen Namen überliefert ebenfalls HESIOD (Werke und Tage, 80) das Faß öffnete, entwichen die Übel und so verbreitete sich alles Unheil über die Menschheit. Nur die Hoffnung wurde auf Geheiß des Zeus vom zurückfallenden Faßdeckel aufgehalten. (Werke und Tage, 90-99)

Neben diesem recht frauenfeindlich angehauchten Mythos, der zuerst bei HESIOD berichtet ist, ist Pandora als „Alles Spendende” oder „Allgeberin” eine alte Erdgöttin. Sie hat keine Büchse sondern einen (Honig-)Krug, aus dem alle Segnungen flossen (vgl. Füllhorn). Der Begriff „Büchse” soll auf einen Übersetzungsfehler zurückgehen (pithos, „Faß”, statt pyxis).

Parallelen finden sich bei König Salomo. Einer Legende zufolge hielt er Geister in einem Krug gefangen. Nach seinem Tod vermuteten allzu gierige darin einen Schatz, öffneten das Gefäß und die Geister entwichen.

Eine weitere Ähnlichkeit gibt es zum außerbiblischen Schöpfungsmythos. Zu dem gibt es Ansichten, Eva sei ursprünglich nicht die schwache Frau gewesen, die das Unheil über die Menschheit brachte, sondern vielmehr die uralte Große Mutter Erde. Sich ändernde religiöse und gesellschaftliche Umstände dämonisierten ihre Macht zur Lilith, übrig blieb die verführbare Frau unter Herrschaft des Adam.

 

Pandora ist auch Name einer plagenden Göttin und Gefährtin der Hekate und der Erinnyen. Ihr Leib soll aus Eisen sein (Orpheus, Argon. v. 973, zit. n. HEDERICH, Sp. 1874.