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| Griechische Mythologie | |
Ein König von Theben, Sohn des Echion und der Agave und Enkel des Kadmos. Diese war die Tochter des Gründers Kadmos, dessen Enkel und Thronfolger Pentheus ist, da der Sohn des Kadmos, Polydor, noch zu jung war.
Pentheus stellte sich dem Dionysos entgegen, als dessen Dienst in Theben Einzug hielt. Der Seher Teiresias hatte ihn noch gewarnt, doch Pentheus ging auf den Vorschlag des ihm in Verkleidung erscheinendem Dionysos ein, sich das Treiben seiner Anhängerinnen (Mänaden o. Bacchantinnen, von Bacchus, ein Name des Dionysos) auf dem Berg Kithairon bei Theben anzuschauen.
Diese Frauen, deren Anführerin die Agave war, entdeckten den Zuschauer, hielten ihn in Ekstase für ein Schwein und rissen ihn in Stücke (OVID, Metamorphosen, III,692-733).
Nach anderer Darstellung hatten die Bacchantinnen ihn für einen Löwen gehalten, den abgerissenen Kopf soll Agave auf einen Thyrsosstab gesteckt und dergestalt im Triumph nach Theben getragen haben. (EURIPIDES, Bakchen, 1138,1212)
Dabei soll Pentheus auch erst in ein Kalb, dann in einen Stier verwandelt worden sein, die Bacchantinnen hingegen waren in Panther verwandelt, als sie ihn zerrissen.
Oder Pentheus erhielt seine Strafe dadurch, daß er fortan alles doppelt sah. Pentheus sah darum zwei Sonnen, zwei Wege und auch zwei Theben. Er konnte nicht entscheiden, in welche Richtung er gehen müsse, ging immer hin und her und verschied irgendwo dazwischen. Für den englischen Philosophen FRANCIS BACON (1561 bis 1626) bezieht sich diese so von ihm verkürzte Version der Sage auf sterbliche Menschen, die nach dem Höchsten streben, dabei aber von Kenntnis der Welt aus (der erkletterte Baum) auf göttliche Mysterien schließen wollen und dabei immer mehr verwirren (Die Weisheit der Alten, 1991, S. 33f.).
HEDERICH nennt als eine Deutung des Mythos, Pentheus sei ein strikter Gegner des Weins gewesen und, da er solchen seinen versoffenen Unterthanen verwehren wollen, so sey er von ihnen schrecklich geschmähet und also gleichsam mit ihren Mäulern zerrissen worden. (Gründl. mythol. Lex., Sp. 1941)
Den Euripides inspirierte diser Mythos zu seiner Tragödie Die Bakchen, die vielen als des Dichters stärkstes Werk gilt. Eine Tragödie des AISCHYLOS ist verloren.
In ein Tier verwandelt und zerrissen wurde auch der Aktaion.