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| Griechische Mythologie | |
Ein sagenhaftes Seefahrervolk, in deren Lande Scheria laut der Odyssee des HOMER der irrfahrende Odysseus Aufnahme fand und die Königstochter Nausikäa kennenlernte.
Der Namensgeber der Phäaken ist Phäax, der Sohn des Poseidon und der Nymphe Cercyra, die selbst vom Flußgott Asopus stammte. Die Phäaken lebten in Hypereiens Gefilden in Nachbarschaft der Kyklopen, ehe sie Nausithoos, Sohn des Poseidon und der Periböa, auf die Insel Scheria führte, damit sie nicht weiter von den mächtigeren Kyklopen beraubt würden (Homer, Od. 6).
Sohn des Phäax bzw. Nausithoos, ist Alkinoos, bei dem Odysseus gegen Ende seiner Irrfahrt aufgenommen wird und von seinen Erlebnissen berichtet, ehe die freundlichen Gastgeber ihn nach Ithaka fahren. Seine Gattin ist Arete, ein Bruder ist Rhexenor, die Schwester Nausikaa.
Die Phäaken sollen der Medea und den Argonauten Unterschlupf gewährt haben, als die mit dem Goldenen Vlies von Kolchis geflohen kamen.
Die Odyssee des Homer beschreibt das Phäakenland als reich, wohleingerichtet mit Hafen, gepflasterten Straßen und mächtigen Mauern. Die Burg hatte eherne Wände, das in Silber eingefaßte Tor war von Gold und im Innern zierten Teppiche und kostbares Mobiliar die Räume.
Die Gesellschaftsform trug mutterrechtliche Züge, der Königin Arete kam fast göttliche Verehrung zu und sie entschied bei rechtlichen Streitereien und gewährte auch Odysseus die Zuflucht.
Als Odysseus entkräftet die Insel der Phäaken erreichte, nachdem Poseidon das Floß zerschlagen hatte, das Kalypso ihn bauen ließ, zeigte er sich zunächst der Nausikaa, der Tochter des Königs Alkinoos.
Freundlich wurde Odysseus aufgenommen und Alkinoos ließ sich die Abenteuer des unfreiwillig Reisenden erzählen, ehe er den reich beschenkt nach Ithaka schiffen ließ.
Ihr Schiff, das seinen Weg von allein fand und außergewöhnlich schnell dahinglitt, wurde auf der Rückfahrt von Poseidon kurz vor der Heimkehr zu Stein verwandelt. Überdies ließ der Gott um die Stadt ein Gebirge wachsen. Damit ging eine dem Alkinoos bekannte Prophezeiung in Erfüllung, obwohl die Phäaken noch versucht hatten, den Gott durch das Opfer von zwölf Stieren umzustimmen.
Das geheimnisvolle Land der Phäaken soll die Insel Korfu gewesen, Überlegungen gehen auch dahin, in ihrer Stadt das sagenhafte Tartessos zu sehen oder ihre Heimat gar in Atlantis zu suchen.
Letzere These vertrat besonders J. SPANUTH, der die Darstellung der Phäaken in der Odyssee des HOMER mit dem Atlantis-Bericht bei PLATON, weiteren antiken Autoren (z. B. TACITUS, der von sagenhaften Besuchen des Odysseus wie auch des Herakles bei den Germanen berichtet, Germania 3), archäologischen Ergebnissen und geographischen Gegebenheiten verglich und dabei mehr Übereinstimmungen als Abweichungen fand. (Die Atlanter, 355-415)