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| Griechische Mythologie | |
In Phrygien lebte ein altes Ehepaar in Frieden dahin, Philemon und Baucis.
Eines Tages wandelten die Götter Zeus und Hermes auf Erden, um nach den Menschen zu sehen, fanden dabei aber niemanden, dessen Gastfreundschaft sie genießen konnten. Endlich gerieten sie an Philemon und Baucis, wo sie trotz der ärmlichen Verhältnisse freundliche Aufnahme fanden.
Da der Wein, den die alten ihren Gästen vorsetzten, trotz guten Zuspruchs nicht zur Neige ging, dämmerte Philemon und Baucis die göttliche Eigenschaft ihrer Gäste, die sich auch gleich zu erkennen gaben. Sie warnten die beiden Menschen vor einer bevorstehenden Flut und nahmen sie mit sich auf einen Berg.
Von diesem Aussichtspunkt aus sahen Philemon und Baucis, daß ihre ganze Heimat von Wasser bedeckt war, einzig ihre Hütte stand trocken, war aber in einen prächtigen marmornen Tempel verwandelt.
Zeus bedeutete den beiden, sich etwas zu wünschen und Philemon und Baucis erbaten sich aus, fortan in dem Tempel als Priester zu dienen. Überdies wünschten sie, daß keiner von ihnen den Tod des anderen erleben müsse.
So geschah es und später, als Philemon und Baucis einmal den wiedergekehrten Menschen ihre Erlebnisse berichteten, wurden sie gleichzeitig in Bäume verwandelt, Philemon in eine Eiche, Baucis in eine Linde.
Eine römische Dichtung dieser Ereignisse findet sich bei OVID, Metamorphosen, VIII, 631.
Geschichten über Götter, die unter die Menschen gehen, um ihre Gastfreiheit zu prüfen, sind zahlreich. Aus der nordischen Edda bekannt ist zum Beispiel das Merkgedicht von Rig oder Odin, der als Grimnir den König Geirröd aufsuchte (Edda, Grimnismal).
| Quellen & Literaturhinweise |