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| Griechische Mythologie | |
(Beiname Krataios, der Starke, Phorkyn, lat. Phorcus, auch Phorkos, Forcus, Phorcys) In der griechischen Götterwelt ein als Greis vorgestellter Meergott.
Nach HOMER ist Phorkys, der Herrscher im wüsten Reiche der Wasser, Vater der Thoosa, mit welcher Poseidon den Polyphem zeugte (Odyssee, 1.71f.).
HESIOD stellt Phorkys als einen Sohn der Gaia und des Pontos vor, als Geschwister werden Nereus, Thaumas, Keto und Eurybie genannt. (Theogonie, 234-239). Seine Schwester Keto ist auch seine Gattin, gemeinsame Kinder sind die Graien, die Gorgonen, die Echidna sowie des Drachen, der im Erdinneren die goldenen Äpfel hütet. (HESIOD, ebd., 270-336)
Die Leser der heiligen Bücher des Orpheus kannten eine Erzählung, wonach Phorkys, Kronos und Rhea die ältesten Kinder des Okeanos und der Thetys waren, die ihrerseits von der Erde und dem Himmel oder (...) von der unteren und oberen Hälfte des Ur-Eis abstammten. (O. KERN, Orphicorum fragmenta, 16, z. n. KERÉNYI, 39)
Als Wohnort des Phorkys werden eine Bucht von Ithaka oder ein Platz noch weiter westlich für möglich gehalten (KERÉNYI, 39).
Phorkys soll auch ein — dann menschlicher — König gewesen sein. Als er im Krieg gegen den Atlas eine Niederlage bezogen hatte und gefallen war, behaupteten die seinen, ihr König sei in einen Meergott verwandelt worden. Er wird auch als kühner Seefahrer geschildert, der jenseits der Säulen des Herkules (Meerenge von Gibraltar) ein Reich aus drei Inseln besaß. (PALAEPHATUS de Incred., n. HEDERICH, Sp. 1997f.)
Der Name Phorcys soll Opfereber bedeuten und ein Name des griechisch-römischen Totengottes Orkos sein. Er sei im Mittelalter als Dämon mit menschlichem Körper und Schweinskopf bekannt gewesen (GRAVES, n. WALKER, 812)