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| Griechische Mythologie | |
(dt. Polyphem) Er ist ein Sohn des Poseidon und der Nymphe Thoosa (Homer, Odyssee 1.70f.) und einer der riesenhaften Kyklopen.
Polyphem liebte die Meernymphe Galateia. Als seine Liebe unerwidert blieb, erschlug er seinen Nebenbuhler Akis mit einem Felsblock und versuchte seine unstillbare Liebe mit Musik zu heilen.
Sonst ist er als ungeschlachter Menschenfresser bekannt, größter und stärkster der Kyklopen, auf deren Insel Odysseus während seiner Irrfahrt landet. Mit zwölf Gefährten kommt der zur Höhle des Schafhirten Polyphem, wo sie sich von dessen reichen Käsevorräten nehmen. Die Gefährten raten zu heimlichem Aufbruch, aber Odysseus besteht darauf, von Polyphem als Gast begrüßt zu werden. Als Polyphem mit seiner Herde heimkommt und die Menschen entdeckt, verlacht er des Odysseus Ausführungen zum den Göttern geheiligten Gastrecht und verschlingt zwei der Gefährten des Odysseus, ehe er die Höhle mit einem gewaltigen Felsbrocken verschließt.
Am nächsten Tag verspeist der Riese zwei weitere seiner Gäste, Odysseus aber macht den Menschenfresser mit dem mitgeführten Wein betrunken. Listig stellt er sich ihm als Utis, Niemand vor, ehe Polyphem betäubt einschläft. Ihn blenden Odysseus und seine Gefährten mit einem Stamm vom Ölbaum, von dem sich Polyphem einen Hirtenstab machen wollte. Sie spitzen den Stamm an, erhitzen ihm in der Glut und rammen bzw. drehen ihn dem Kyklopen in sein einziges Auge.
Der brüllt vor Schmerz, doch als seine Artgenossen hinzukommen und er ruft, Niemand würgt mich, ihr Freund`, arglistig! und keiner gewaltsam! (Homer, Od. 9.408) fühlen die sich gefoppt und gehen davon. Der blinde Polyphem versucht die Flucht seiner Überwinder zu verhindern, aber Odysseus läßt seine Männer sich an die dickwolligen Widder binden und auch er selbst gelangt derart ins Freie, als Polyphem seine Herde austreibt und nur die Rücken der Tiere befühlt, indes die Helden unterm Bauch hängen.
Da Odysseus mit seinen verbliebenen Gefährten das Schiff erreicht hat, nicht ohne eine Menge der Schafe mitzuführen, und sie bereits auf See sind, schmäht er den Polyphem mit lautem Spottruf. Der schleudert ihn wütend einen Stein nach, der die fliehenden nur knapp verfehlt und das Schiff zur Küste zurückwirft. Mit Mühe enteilen sie und Odysseus ruft ein weiteres Mal, diesmal kühn seinen Namen nennend. Es geschieht, wie die Kameraden, die ihn zu Schweigen anflehten, befürchtet hatten, doch auch der weitere Steinwurf verfehlt. Endlich gelingt die Abfahrt.
Polyphem beschwört seinerseits seinen Vater Poseidon, das empfange Leid an Odysseus zu rächen.
Die vorstehende Darstellung folgt grob dem neunten Gesang von Homers Odyssee.
Ein weiterer Polyphem ist der Sohn des Elatus und der Hippea. Er lebte in Thessalien und seine Frau war Laonome, die Schwester des Herakles, Tochter der Alkmene und des Amphitryon.
Bei der Hochzeit des Peirithoos kämpfte er mit den Lapithen gegen die Kentauren.
Noch in fortgeschrittenem Alter nahm Polyphem am Zug der Argonauten teil, deren stärkster er gewesen sein soll. Die verließ er in Mösien mit dem Herakles, als der nach dem Hylas suchte.
Nachdem er auch von Herakles getrennt war, gründete Polyphem die Stadt Cion. Seinen Tod fand er im Kampf gegen die Chalyben.