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| Griechische Mythologie | |
(Satyros, Ziegenelben) Ein Fruchtbarkeits- und Walddämon oder -gott bzw. Wald- und Hügelgeist der griechischen Mythologie. Er ist ein Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock, oft dargestellt mit Thyrsosstab.
Als Begleiter des Dionysos treten die Satyrn als Gruppe auf. Berauscht von Wein und Tanz spielen sie fröhlich-nichtsnutzig die Flöte und stellen den Nymphen nach. Häufig werden sie mit den Silenen vermengt.
Dieses Motiv spiegelt sich zur See wider: Tritones und Nereides begleiten den Poseidon oder die Amphitrite wobei die Tritones den Nereides nachstellen.
Die wüste Darstellung ihrer als ungebändigte und lüsterne Nichstnutze bei HESIOD wandelte sich im Hellenismus und bei den Römern. Sie wurden nun mit Pan und Faunus verknüpft und verschmelzen mit den Silenen, gern werden sie in idyllischer Nachdenklichkeit gezeigt. Offenbar blickte der gesittete Grieche klassischer Zeit, der in der entwickelten Polis lebte, ähnlich verklärt auf das freie Naturleben wie der moderne Mensch heute auf den edlen Wilden.
Die Silenen in Begleitung des Gottes Pan sollen für das Alter stehen, so wie die Jugend von den Satyrn verkörpert werde (BACON, Die Weisheit der Alten, 25 zu PAUSANIAS,Attika, 23,5).
Das Satyrspiel war laut ARISTOTELES Vorläufer des Theaters. Bei diesen Spielen trat der Chor als Satyrn kostümiert auf, mit Eselsohren und Pferdeschweif. Der Chor wurde wichtiger Bestandteil der Tragödien- und Komödiendichtung.
Einem der Stücke aus der Prometheus-Dichtung des AISCHYLOS wird ein Vers zugeordnet, der beschreiben soll, wie vorzeiten ein Satyr das ihm noch unbekannte Feuer umarmen oder küssen will, von Prometheus aber gewarnt wird:
Um deinen Bart wirst du, Bock, also trauern bald!
(PLUTARCH, Mor. 86 E, zitiert n. KERENYI, 1959, S. 76)
Wie auch die Hekate oder die Sirene sollen sich die tanzenden Satyrn besonders zur Mittagszeit zeigen. (JUNGBAUER i. Handwörterbuch VI, 400)
| Quellen & Literaturhinweise |