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| Griechische Mythologie | |
(lat. Semela) In der griechischen Mythologie eine Erdgöttin. (BELLINGER, 424)
Sie ist Tochter der Harmonia, der Tochter des Ares und der Kythereia, und des Kadmos (HESIOD, Theogonie, 921f.), dem König und Gründer von Theben. Geschwister sind u. a. Ino und Agave.
Durch die Semele, der Tochter der Harmonia und des Kadmos, wurde Zeus zum Veter des Dionysos. Sie beide, die Sterbliche und ihr Sohn, wurden später zu Göttern. (Theogonie, 940-932)
Vom Zeus wurde Semele Mutter des Dionysos. (HESIOD, Theogonie, 933ff.)
Seitensprung und Schwangerschaft sah die eifersüchtige Gattin des Zeus, Hera, gar nicht gern. Sie verwandelte sich in die Amme der Semele, Beroe, und säte in ihr Zweifel über die wahre Beschaffenheit des Zeus, der Semele in allerlei Gestalt erschien.
So bewegte Hera die Semele dazu, den Zeus darum zu bitten, sich ihr in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Da Zeus versprochen hatte, der Semele jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, kam er ihrer Bitte nach und erschien ihr als Blitz. Verbrannt sank Semele zu Boden und starb (OVID, Metamorphosen, III,253-259)
Ihr noch ungeborenes Kind Dionysos wurde aber gerettet. Entweder Zeus nähte das Kind in seinen Oberschenkel ein, aus dem der junge Dionysos später geboren wurde, oder der Kleine landete mitsamt der toten Mutter in einer Kiste, die man dem Wasser übergab. In Lakonien trieb der Kasten bei Brasiae an, wo Semele begraben und Dionysos aufgezogen wurde.
Später führt Dionysos seine Mutter aus dem Hades hinauf in den Olymp, wo Semele, nun versöhnt, unter dem Namen Thyone bei den Göttern lebt.
In Theben fand Semele mitsamt ihrer wie sie von Hera geplagten Schwestern göttliche Verehrung. Auf einer Inschrift heißt es:
Es gibt Vermutungen, Semele könnte einerlei mit der phrygische Erdgöttin Zemelo oder überhaupt eine ältere Göttin gewesen sein.