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 Griechische Mythologie
 
 

Sisyphos

(lat. Sisyphus) In der griechischen Mythologie ein Heros, der in den Tartaros verbannt wurde.

Sisyphos ist der Sohn des Aiolos und der Enarete, Brüder sind Athamas und Salmoneus. Seine Gattin ist Merope. Mit ihr ist er Vater des Glaukos.

Von Medea erhielt er das Königreich Korinth, wo er gleichnamige Stadt erbaute (unter dem Namen Ephyra). Zunächst herrschten rauhe Sitten in seinem Königreich: Reisende wurden mit einem großen Stein erdrückt und ausgeraubt.

Sisyphos wurde heftig bestraft: Im Tartaros, der den Sündern vorbehaltene finsterste Bereich im Totenreich des Hades, muß er einen Felsblock einen Hang hinauf rollen. Kurz vor dem Gipfel aber entgleitet ihn der Stein und rollt wieder hinab (HOMER, Odyssee, 11.593ff.).

Diese Strafe wurde ihm je nach Quelle aus unterschiedlichen Gründen auferlegt, steht aber in Zusammenhang mit seiner außerordentlichen List: Zeus hatte den Tod Thanatos ausgesandt, um Sisyphos für einen Verrat zu bestrafen. Sisyphos aber überlistete den und konnte ihn fesseln. Fortan mußte niemand mehr sterben, bis Ares den Tod befreite. Als Sisyphos selbst sterben sollte beauftragte er vorher seine Frau Merope, ihn nicht zu begraben. Im Totenreich bat er Pluto, die fehlenden Riten nachholen zu lassen. Es wurde ihm gewährt, Sisyphos dachte aber nicht daran und erreichte noch ein hohes Alter.
Autolykos wollte ihm das Vieh stehlen, Sisyphos hatte aber zuvor „von Autolykos gestohlen” in deren Hufe ritzen lassen. Im Gegenzug verführte Sisyphos die Tochter des Autolykos, Antikleia. Durch sie wurde er Ahn des Odysseus, dem er wohl seine List vererbte.

Nur einmal, als Gesang und Saitenklang des Orpheus, der die Eurydike aus dem Totenreich zu holen trachtete, die Welt der Schatten beschallte, ruhte Sisyphos von seinem erfolglosem Tun (OVID, Metamorphosen 10.40-44).

Das Schicksal des Sisyphos wurde von Aischylos, Sophokles und Euripides in Tragödien besungen, in jüngerer Vergangenheit inspirierte er Albert Camus zum „Versuch über das Absurde”.

Zu den Taten des Sisyphos zählt auch die Begründung der Isthmischen Spiele. Die richtete er ein, nachdem ihm von einem Delphin der Körper des Palämon gebracht worden war.