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| Griechische Mythologie | |
Das griechische Wort bedeutet Erlöser, auch Säer des Samens und war Beiname mehrerer Gottheiten beiderlei Geschlechts. In dem Begriff spiegeln sich alte Vorstellung einer männlich-zeugenden Gottheit, welche die Erde befruchtete, sie damit vom toten Zustand der unfruchtbaren Jahreszeit erlöste (vgl. Walker 1993, S. 1030).
Im Hellenismus wurde der Titel Soter auch auf Herrscher übertragen, so auf Alexander und auf Augustus.
Im Neuen Testament ist der Titel Soter auf den Jesus Christus übertragen. Auch einige christliche Heilige hießen Soter oder Soteris, nämlich Papst Soter (166-174/5) und die Martyrerinnen Soteris von Rom und Soteris von Zuwarda (3./4. Jh.).
(Erretter, Erhalter, Heiland) Unter diesem Namen wurden die Götter Zeus (röm. Jupiter) und Dionysos (Bacchus) verehrt, außerdem der Helios (Sol).
Zeus trug den Beinamen Soter unter anderen zu Megalopolis, Messene, Mantinea, Epidaurus oder Athen.
Die Römer verwendeten besonders den Namen Conservator (Erhalter) für ihren Hochgott Jupiter, der dem griechischen Zeus entspricht.
Dionysos erhielt den Beinamen Soter, als er seinen Kult in Griechenland verbreitete, besonders in Mysien.
In Megalopolis befand sich eine Bildsäule des Helios, die den Sonnengott als Soter ausweist.
(alle Angaben nach HEDERICH, Sp. 2249f.)
(Erlöserin) Die weibliche Form des vorgenannten Soter war Beiname der Göttinnen Juno Artemis (Diana) und der Persephone (Proserpina).
Juno wurde in Lanuvium als Sospita verehrt. Hier befand sich ein mit dem Fell einer Ziege bekleidetes Bild der Göttin. In den Händen hält sie Speer und Schild. Dieser Juno Sospita wurde auch in Rom ein Tempel erbaut.
Die Verehrung der Artemis als Erretterin Sospita geht auf ihre Hilfe in Krieg gegen die Perser zurück. Die waren in die Landschaft Megaira eingedrungen und als sie sich nach Theben wandten, brach unterwegs die Nacht herein. In der Dunkelheit hielten die Perser umstehende Felsen für Feinde und verschossen alle ihre Pfeile gegen das Gestein. Am nächsten Morgen konnten die Megarenser den nur mehr schwach bewaffneten eine empfindliche Niederlage beibringen.
Auch an vielen Orten fand diese Sospita Verehrung, etwa zu Böä in Lakonien. Die Gründung dieser Stadt hatte die Göttin bestimmt, indem sie den Siedlern einen Hasen sandte. Dem folgten sie und als der Hase unter einem Myrtenbaum verschwand, gründeten sie an der Stelle ihre Stadt.
Auch zu Pallene und in Syrakus/Sizilien war Sospita bekannt. Dargestellt wird sie mit dem halben Mond, wobei die Spitzen wie Hörner nach oben gerichtet sind. Diese Göttin entspricht der Diana Conservatrix, die auf in Gallien gefunden Münzen mit einem Hirsch dargestellt ist.
Sospita ist auch ein Name der Unterweltsgöttin Persephone. So wurde sie in Arkadien genannt, auch in Sparta hatte sie einen Tempel. Der sollte vom thrakischen Orpheus oder vom Hyperboreer Abaris errichtet worden sein.
| Literaturhinweis |