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| Griechische Mythologie | |
(Telchinen) Diese Söhne der Thalassa gelten als Erfinder und Kulturbringer. Im Einzelnen heißen sie Aktaios, Megalesios, Ormenos, Lykos, Nikon und Mimon, ihre Schwester Halia.
Sie sollen mit der Kaphira, einer Tochter des Okeanos, auf der Insel Rhodos den jungen Poseidon aufgezogen haben. Zunächst sollen sie auf dem Peloponnes gewesen sein, dann auf Zypern und Kreta, endlich Rhodos. Diese Insel sollen die Telchinen verlassen haben, nachdem sie eine Überflutung der Insel vorhergesehen hatten.
Zurück auf dem Festland sollen sie in Böotien die Stadt Teumessos gegründet haben (PAUSANIAS, Böotien, 19).
Die Telchines sollen als erste den Göttern Bildsäulen gefertigt haben und auch sonst nützliche Künste erfunden haben. Ihnen wird die Entwicklung der Eisengewinnung und -bearbeitung zugeschrieben — sie sollen dem Kronos die eiserne Sichel geschmiedet haben — und sogar das Wetter sollen sie beeinflußt haben.
Noch weitere magische Künste werden ihnen zugeschrieben. So sollen die Telchinen in der Lage gewesen sein, verschiedene Gestalt anzunehmen. Sie sollen auch das Wasser der Styx über Pflanzen und Tiere gesprengt und sie dadurch getötet haben.
Nach dem Aufenthalt der Telchinen auf Rhodos und Kreta wurdenbeide e Inseln auch Telchina genannt, die Stadt Sikyon Telchinia.
Auch die Göttin Hera hat nach ihnen den Beinamen Telchinia, da sie von den Telchinen in Kamiros auf Rhodos verehrt wurde, ebenso die Athene, der die Telchinen von Zypern kommend in Teumessos einen Tempel errichteten. Apollo nannte man zu Lindos auf Rhodos Telchinius, da die Telchinen ihm dort eine Bildsäule gefertigt hatten.
Quelle: B. HEDERICH, Gründliches mythologisches Lexikon, Sp. 2298f.