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 Griechische Mythologie
 
 

Tyche

(„wie es sich trifft”) Die griechische Göttin der Schicksalsfügung und Personifikation des Zufalls.

Nach PAUSANIAS wurde sie zuerst in den dem HOMER zugeschriebenen Gedichten erwähnt. Im Hymnos auf Demeter heißt es, die Tyche sei eine Tochter des Okeanos (und der Thetys) und habe nebst ihren Schwestern einst mit der Kore, der Tochter der Demeter, gespielt:

„Wir aber alle auf der lieblichen Wiese,
Leukippe und Phaino, Elektre und Ianthe,
Melobosis und Tyche und die blumige Okyroë.”
(Hymn. Demet. 417ff., Messenien, 30,4 u. Anm.)

Außer diesem erwähnte HOMER laut PAUSANIAS von der Tyche nichts mehr (ebd., 30,5). Sie gilt auch als Tochter des Zeus, der jünger als Okeanos ist, je nachdem, ob die Tyche als personifiziertes Schicksal über oder unter den Göttern stand.
Der Glaube an eine über den Göttern stehende Macht des Schicksals soll erst in hellenistischer Zeit aufgekommen sein, als der Glaube an die alten Götter mehr und mehr verblasste (ebd., in den Anm. zu S. 232, Nr. 7)

Nach KERÉNYI ist Tyche „eine Gottheit ohne eigene Geschichte, doch mit einer Macht, die gleich der Macht der drei Moiren und der dreigestaltigen Hekate sich stärker erweist als die Herrschaft des Zeus.” (Mythologie der Griechen, 38)

Tyche ist auch Stadtgöttin von Antiochia am Orontos.

Attribute der Tyche sind Steuerruder und Füllhorn, Rad oder Kugel. Auch mit den Tierkreiszeichen wird sie gezeigt.
Zuerst soll der Bildhauer und Tempelbaumeister Bupalos die Tyche zu Smyrna mit Götterkrone und dem Horn der Amaltheia dargestellt haben (PAUSANIAS, Messenien, 30,6).

Im Heiligtum der Tyche in Hermione stand eine Kolossalstatue aus parischem Marmor (PAUSANIAS, Argolis, 35,3).

Tyche entspricht der römischen Fortuna.

 

Automatia

Ein Beiname der Schicksalsgöttin ist Automatia (griech. „sich selbst bewegende Maschine”). Unter diesem Namen wurde sie in Syrakus auf Sizilien verehrt. Timoleon errichtete ihr in Syrakus eine Kapelle um dem Glück selbst dafür zu danken, daß von Syrakus die Tyrannen vertrieben wurden. Römisch entspricht sie der Fors fortuna.

 

Pherepolis

(„die Stadterhaltende”) So nannte nach Angaben des PAUSANIAS der Dichter PINDAR diese Göttin in einem verschollenen Gedicht. PAUSANIAS faßte den Namen fälschlich als „polostragend” auf. Polos war ein schmaler, ornamentgeschmückter Reif, der als Symbol des Himmelsgewölbes gedacht ist (E. MEYER i. d. Anm. zu. Messenien 30,6).