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 Griechische Mythologie
 
 

Tydeus

Dieser Heros der griechischen Mythologie war ein Sohn des Tydeus und der Periböa und als Gatte der Deipyle Schwiegersohn des Adrastos. Er selbst ist Vater des Diomedes.

Weil Tydeus bei der Jagd seinen Bruder getötet hatte, mußte er aus seiner Heimat Kalydon fliehen und begab sich nach Argos, wo ihn Adrastos freundlich aufnahm. Mit Tydeus erreichte auch der Polynikes an den Hof des Adrastos, der sich gerade vergebens um die Herrschaft über Theben bemüht hatte.

Beide Asylsuchenden - ihre Aufnahme hatte dem Adrastos ein Orakel empfohlen - verheiratete der mit seinen Töchtern, so daß Tydeus Gemahl der Deipyle wurde.

Zunächst wurde Tydeus mit der Organisation des Zuges der Sieben gegen Theben betraut, der dem Polyneikes, einem der beiden Söhne des Ödipus, sein Königreich wiederbringen sollte.

Schon bei den im Vorfeld stattfindenden Leichenspielen zu Ehren des Opheltes tat sich Tydeus hervor, dann bewährte er sich, als er ausgesandt wurde, den Thebanern seine Forderungen zu überbringen. Eteokles von Theben wies ihn jedoch ab und schickte ihm fünfzig Kämpfer entgegen, von denen Tydeus neunundvierzig erschlug, den letzte aber am Leben ließ, damit dieser Mäon seinen König Nachricht vom Ausgang überbringe. (HOMER, Illias 4.38ff.)

Als dann die Heere der sieben Fürsten insgesamt gegen Thebens Mauern anstürmten, hielt sich Tydeus ebenso wacker wie im Vorgeplänkel, doch endlich empfing er durch den Melanippos eine tödliche Wunde.

Amphiarus brachte dem Tydeus das abgetrennte Haupt des Melanippos ans Sterbelager, um sich an Tydeus dafür zu rächen, daß er ihn zum Krieg gegen Theben beredet hatte. Er kannte nämlich den Rachdurst des Tydeus, der auch im Sterben die Kraft aufbrachte, den Schädel zu spalten und das Hirn seines Überwinders auszusaugen begann.
Diese Handlung entsetzte die Göttin Athene derart, daß sie, die gerade von Zeus abgeschickt war, dem Tydeus einen Unsterblichkeitstrank zu bringen, von ihrem Vorhaben absah.

Seinem Namen entsprechend, der „klein” bedeuten soll Tydeus sehr klein gewesen sein, dabei aber außerordentlich kräftig. Es heißt über ihn, niemals sonst habe die Natur sich getraut, derartige Kraft in so engen Körper einzuschließen.

Die Szene mit dem Kopf sowie die Tötung der Ismene, einer Tochter des Ödipus, waren beliebte Motive attischer Vasenmalerei.