Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Griechische Mythologie - Zeus
 
 

Zeus - Eltern und Kindheit

Zeus - Übersicht
- Eltern und Kindheit
- Herrschaft und Taten
- Liebesleben und Kinder
- Darstellung
- Verehrung
- Name und Beinamen
- Vermischtes
- Literaturhinweise

Nach geläufigster Überlieferung sind Kronos und Rhea, beide Kinder der Gaia und des Uranos, die Eltern des Zeus (HESIOD, Theogonie, 133-135 u. 457)
Als Vater werden auch der Himmel Uranos, der aber meistens als Vater des Kronos gilt oder auch der Aither genannt.

Rhea Mann Kronos fürchtete, von seinen Kinder gestürzt zu werden und verschlang diese daher gleich nach der Geburt. Rhea bat ihre Eltern um Hilfe, welche sie zum Gebären nach Lyktos auf Kreta schickten. Dort verbarg Rhea ihren jüngsten Sohn Zeus in einer Höhle am Berg Aigaion. Rhea wickelte nun einen Stein in Windeln und gab diesen statt des Sohnes ihrem Mann zu schlucken. (Theogonie, 460-490)

Es heißt auch, man habe den kleinen Zeus zu den Kureten gebracht, die ihn in einer Höhle aufzogen. Seine Ammen waren die Nymphen Adrastea und Ida und draußen vor der Höhle lärmten mit ihren Schildern und Speeren die Kureten, damit der Kronos das schreiende Kind nicht höre.

Als Namen dieser Nymphen werden je nach angegebenen Ort verschiedene andere genannt, in Arkadien hießen diese Thisoa, Neda und Hagno, in Messene Neda und Ithome. Hier weiß man noch von der Quelle Klepsydra, in der diese Nymphen den Zeus gleich nach seiner Ankunft gebadet hätten.

Der Ort seiner Geburt soll der Berg Ida auf Kreta gewesen sein, auch die Berge Dikte oder Lykton (Lytton) werden als Schauplätze seiner frühesten Kindheit genannt.
Auch die Phrygier haben ihren Berg Ida, dem sie solche Ehre zusprechen, vergleichbaren Anspruch erheben Thebaner, Messener und andere. In Arkadien zeigte man am Berg Lykaion einen Kretea genannten Platz, wo er aufgezogen sein soll (PAUSANIAS, Arkadien, 38.2).
Im Berg habe sich eine Höhle befunden, in der ein Bienenschwarm lebte, der den Zeus mit seinem Honig aufzog. Aus dieser Höhle soll alle Jahre Feuer getreten sein.
Sofern die Arkadier Recht haben, befand sich diese Höhle im Lykaion, was dann wieder an Kleinasien erinnert (Lykien, Lykaonien).

Mehr menschlich gedacht soll Zeus am Hof des Königs Melisseos von Kreta von dessen Töchtern Amalthea und Melissa mit Ziegenmilch aufgezogen worden sein. Amalthea soll auch selbst eine Ziege gewesen sein, sonst werden neben erwähnten Bienen auch wilde Tauben und ein Adler oder eine Bärin genannt.

Nach seiner Geburt soll Zeus sieben Tage lang gelacht haben. Die Sieben galt deshalb als eine vollkommene Zahl.

Ein Jahr nach der List der Rhea soll Kronos zuerst den Stein erbrochen und danach alle seine Kinder wieder von sich gegeben haben. Den Stein stellte Zeus nun im heiligen Pytho am Hang des Parnassos auf, „als Zeichen für künftige Zeiten und Wunder für sterbliche Menschen.” (Theogonie, 492-500)

 

Quellen und Literaturhinweise

Die obige Darstellung folgt im wesentlichen und soweit nicht gesondert angegeben: Benjamin Hederich, Gründliches Mythologisches Lexikon (bes. Stichwort „IVPPITER”) sowie Karl Kerenyi, Die Mythologie der Griechen I.