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 Griechische Mythologie - Zeus
 
 

Zeus - Herrschaft und Taten

Zeus - Übersicht
- Eltern und Kindheit
- Herrschaft und Taten
- Liebesleben und Kinder
- Darstellung
- Verehrung
- Name und Beinamen
- Vermischtes
- Literaturhinweise

Ehe Zeus Herrscher des griechischen Pantheons wurde, war sein Vater Kronos göttlicher König. Der hatte einst seinen Vater, den Himmel Uranos, gestürzt, indem er ihn mit einer Sichel entmannte, was auf Bitten seiner Mutter Gaia geschehen war. (HESIOD, Theogonie, 154-187)

Auch Kronos fürchtete seine Kinder und verschlang sie gleich nach ihrer Geburt, doch gab ihm Rhea statt des kleinen Zeus einen Stein, den Kronos nach einem Jahr nebst seiner Kinderschar erbrach und damit besiegt war. Zeus war unterdessen herangewachsen und stark geworden, befreite auch noch die Kyklopen, von denen er zum Dank Donner, Blitz und blendenden Strahl erhielt, denen er, nun selbst Herrscher, fortan vertraute. (HESIOD, Theogonie, 501-506)

Mit Atlas, Menoitos, Prometheus und Epimetheus, den Söhnen des Iapetos und der Klymene, hatte Zeus einen besonderen Strauß auszufechten, in dessen Folge Atlas zum Tragen des Himmelgewölbes verurteilt wurde, Menoitos von des Zeus’ Blitz getroffen in den Erebos verbannt wurde und Prometheus gefesselt den grausamen Besuch des Adlers zu ertragen hatte, ehe ihn Herakles von dem befreite. (Theogonie, 514-616)

 

Prometheus

Prometheus hatte Zeus nämlich durch ständige Herausforderungen ergrimmt. Erst teilte er einen Stier so, daß Zeus die scheinbar bessere Hälfte für sich beanspruchen sollte, welche tatsächlich aber nur ein Haufen Knochen mit etwas Fett darüber war, während Prometheus den Menschen den Haufen zugedacht hatte, welcher das Fleisch und die guten Eingeweide enthielt, durch den darübergelegten Magen aber bewußt verunstaltet war. Zeus durchschaute die List, griff aber dennoch nach dem Knochenhaufen, um Prometheus sogleich der Hinterlist zu zeihen und ihn dadurch zu strafen, daß er seinen schutzbefohlenen Menschen fortan das Feuer entzog. Prometheus antwortete, indem er den Menschen das Feuer von der Sonne holte. (Theogonie, 514-570)

Als Zeus nun die brennenden Lichter bei den Menschen sah, ergrimmte er noch mehr und ließ den kunstfertigen Hephaistos aus Erde eine Frau erschaffen, welche von dem und der Pallas Athene noch reich geschmückt wurde, ehe man die Unwiderstehliche der Menschheit zugesellte, welche fortan unter ihrem Geschlecht zu leiden habe. (Theogonie, 570-616)

 

Der Titanenkampf

Eine Darstellung von Kampf und Ergebnis findet sich in der Theogonie des HESIOD. Zeus hatte seinem Vater Kronos die Herrschaft entrissen. Seine Ordnung der Welt sah allerdings für einige Titanen recht unerfreulich aus. So mußte Atlas fortan das Himmelsgewölbe tragen, Prometheus wurde gefesselt und gequält und sein Menschengeschlecht verdorben, den Menoitios erschlug Zeus gar mit seinem Blitz. Ob diese Geschehnisse dem Titanenkampf vorangingen oder ob sie zu dessen Folgen gehörten, geht aus dem Text (bzw. der dt. Übersetzung) nicht sicher hervor. Jedenfalls währt der Krieg schon zehn Jahre, doch weder die vom Othrys aus kämpfenden Titanen noch die Götter auf dem Olymp waren bislang siegreich. Dann riet Gaia dem Zeus, die drei Hundertarmigen aus dem Tartaros zu holen, wohin Uranos seine Riesensöhne einst verbannt hatte. Man befreite die Riesen, stärkte sie mit Nektar und Ambrosia und mit ihrem Einsatz, begleitet vom Blitz des Zeus, konnten die Titanen besiegt werden. Die Unterlegenen wurden in den Tartaros verbannt und die Hundertarmigen zu ihren Wächtern bestellt.

 

Die Giganten

Die Herrschaft drohte Zeus nach Regierungsantritt gleich wieder entrissen zu werden, als die Giganten gegen die Götterburg losstürmen (OVID, Metamorph. I,151f.). Diese Giganten konnten mit Hilfe des Sterblichen Herakles zurückgeschlagen werden.

-- Dieser Teil ist in Vorbereitung --

 

Der Kampf gegen den Typhoeus bzw. Typhon

Der Kampf gegen den Typhoeus wird in der Theogonie des HESIOD so geschildert, daß Typhoeus, ein Ungeheuer mit hundert Köpfen, das Kind der Gaia und des Tartaros war und von der Gaia nach Ende des Titanenkampfes geboren wurde. Typhoeus brachte Erde und Meer zum Kochen und Beben und ließ sogar den Hades in der Unterwelt erzittern. Zeus nahm alle Kraft zusammen und versengte mit Donner, Blitz und rauchendem Strahl die Häupter des Riesen, der brennend niedersank und die Erde umher zu unbeschreiblicher Glut erhitzte, bis Zeus den Typhoeus voller Zorn in den Tartaros schleuderte.

Nach all diesen Kämpfen riet Gaia den Göttern, den Zeus als ihren König und Herrscher anzuerkennen, was auch geschah und Zeus teilte allen ihre Ehrenrechte zu. (Theogonie, 881-885)

 

Zu den genannten Ereignissen werden von anderen Autoren eine Fülle weiterer Details beigesteuert, die nachfolgend in loser Ordnung gesammelt sind:

Zeus ersuchte für den Kampf gegen die Titanen um Hilfe und bat alle ewigen Götter zum Olymp. Jeder, der ihm gegen die Titanen helfe, solle seine Vorrechte behalten. Als erste Helferin meldete sich die Styx, zum Dank leisteten an ihr später die Götter ihre Eide. (Theogonie, 389-403)

Als die Titanen nämlich bemerkt hatten, daß Zeus von Kronos nicht wie gewohnt gefressen wurde, stürmten diese gegen ihren Anführer, weil sie meinten, daß der Zeus absichtlich am Leben gelassen habe. Der Angriff glückt und die Titanen legen Kronos und Rheia in Fesseln.

Seinen Eltern zu Hilfe eilte der unterdessen herangewachsene Zeus, der mit seinem kretischen Heer die Titanen überwinden und die Herrschaft seines Vaters wieder herstellen konnte.
Kronos ahnte aber, daß einst sein Sohn selbst ihn stürzen werde und trachtete nach dessen Leben.
Zeus kam jedoch seinem Vater zuvor und im Kampf tat er mit Kronos, wie der einst mit Uranos getan hatte und trat selbst deren Herrschaft an. Kronos ließ er in Ketten legen und in den Tartaros werfen. Kronos, in seiner römischen Anschauung als Saturn, entkam aber und floh über den Peleponnes nach Italien, wo er bei Janus Aufnahme fand.

Im Kampf hatten dem Zeus die Kyklopen geholfen, die ihm für ihre Freilassung aus dem Tartaros, wohin sie Kronos verstoßen hatte, die Donnerkeile schmiedeten (und welche das fliegende Pferd Pegasos ihm brachte, HESIOD, Theogonie, 285f.). Dem Pluto, der für den Zeus focht, gaben sie einen Helm, dem Poseidon seinen Dreizack. Diese gefangen Riesen zu Hilfe zu holen hatte ihm die Erde geraten. Sie zu befreien erlegte Zeus ihre Wächterin Kampe.
Auch ein Menschenvolk von der Insel Inarimen, die Kerkopen, sollte ihnen beistehen. Doch waren diese käuflich und ließen sich als Söldner dingen, einmal ausbezahlt blieben sie aber müßig zurück und trieben lieber ihren Spott mit Zeus, der sie dafür in Affen verwandelte.

Gleich nach den Giganten wurde der Typhon geboren, Sohn der Erde und des Tartaros, vor dem die Götter flohen. Zeus sucht ihn mit dem Donnerkeil zu erschlagen, doch widersteht der Typhon, erst die Drohung mit der erwänhten Sichel treibt ihn zur Flucht. Es heiß auch, Typhon habe den Zeus überwunden und gefesselt, dazu Hände und Füße gelähmt. Die ausgeschnittenen Nerven wickelte Typhon in eine Bärenhaut und warf sie ins Meer, die Schlange Delphine sollte sie bewachen. Doch gelang es Hermes und Aegipan, diese Teile zurückzugewinnen und Zeus wiederherzustellen.

Der griff den Typhon nun in seinem von geflügelten Pferden gezogenenem Wagen an, doch kann ihn Zeus endlich in Sizilien unter dem Ätna begraben. Von den Giganten stammte ein ungeschlachtes Menschengeschlecht, darunter Heroen wie der Lykaon, den Zeus in einen Wolf verwandelte. Schließlich sandte er eine Sintflut, in der das alte Menschengeschlecht bis auf Deukalion und Pyrrha ertrank. Damit fand auch sein Streit mit dem Schöpfer des Menschengeschlechts, dem Titanensohn Prometheus seinen vortläufigen Abschluß, indem Zeus den auf dem Kaukasus anketten ließ. Ein Adler hackt Prometheus dort täglich die ständig nachwachsende Leber aus.

Der Übergang der Herrschaft soll nach anderer Darstellung auch friedlich geschehen sein, entweder durch Entschluß des Kronos selbst oder auf Betreiben der anderen Titanen, die seiner überdrüssig waren.

 

Zeus als Herrscher

Mit der Übernahme der Herrschaft durch Zeus endet das von Kronos/Saturn beherrschte Goldene Zeitalter und das silberne beginnt. (OVID, Metamorph. I,113)

 

Metis und Themis, Gattinnen des Zeus

Ersten Frau des Zeus, nachdem der gerade seine königliche Herrschaft über die Götter angetreten hatte, wurde Metis („Klugheit”), „die weiseste unter Göttern und sterblichen Frauen”. Als sie mit der Athene schwanger war, verschlang Zeus sie auf Anraten der Gaia und des Uranos, weil Metis sehr kluge Kinder gebären würde, die Tritogeneia und einen Sohn, der seinen Vater stürzen werde. (Theogonie, 886-901)

 

Seine zweite Frau wurde die Themis („Satzung”), die Mutter der Horen Eunomia („gute Gesetze”), Dike („Recht”) und Eirene („Frieden”). HESIOD nennt sie auch (in Widerspruch zu anderer Stelle seines Werkes) Mutter der Moiren („Zuteilerinnen”) Klotho, Lachesis und Atropos. (Theogonie, 901-906)

 

Uneheliche Verbindungen: Eurynome, Demeter, Mnemosyne, Leto

Eine uneheliche Verbindung ging Zeus mit der Eurynome ein, einer Tochter des Okeanos und der Thethys. Durch sie wurde er Vater der drei schönwangigen Chariten Aglaia („die Glänzende”), Euphrosyne („Frohsinn”) und Thalia („Festfreude”). (Theogonie, 907-911)

Danach kam er zum Lager der „vielnährenden” Demeter, die er zur Mutter der „weißarmigen” Persephoneia machte. (Theogonie, 912-914)

Die nächste Liebschaft war die Mnemosyne, durch die Zeus Vater der neun Musen wurde. (Theogonie, 915-918)

„In Liebe vereint mit dem aigisführenden Zeus” gebar ihm dann Leto den Apollo und die pfeilfrohe Artemis. (Theogonie, 918) So harmonisch wie bei HESIOD liest es sich bei anderen nicht, denn Hera soll Leto ebenso wie viele andere Nebenbuhlerinnen scharf verfolgt haben.

 

Hera

Nach HESIOD wurde im Anschluß an dessen Liebschaft mit der Leto die Hera Gattin des Zeus, die Schwester des Zeus und wie er von Kronos und Rheia abstammend. Durch sie wurde er Vater der Hebe, des Ares und der Eileithyia. (Theogonie, 453-458 u. 921-923)

 

Uneheliche Verbindungen II: Semele

Durch die Semele, der Tochter der Harmonia und des Kadmos, wurde Zeus zum Veter des Dionysos. Sie beide, die Sterbliche und ihr Sohn, wurden später zu Göttern. (Theogonie, 940-932)

Zeus und seine Brüder teilten die Welt unter sich auf. Hades beherrscht seitdem die Unterwelt mit dem Tartaros, Poseidon das Meer und Zeus herrscht an Stelle des Kronos über den Himmel.

Strafend ging er gegen Salmoneus vor. Weil dieser König seine Donnerkeile nachahmte, erschlug ihn Zeus mit seinem Blitz. Dieser traf auch die Kureten, weil diese auf Betreiben der Hera den Epaphus versteckt hatten, weiter den Idas, den Kapaneus sowie den Asklepios. Letzteren Tod rächte sein Vater Apollo, der dem Zeus dafür seine Kyklopen erschoß, wofür der ihn schon in den Tartaros stürzen wollte.

 

Quellen und Literaturhinweise

Die obige Darstellung folgt im wesentlichen und soweit nicht gesondert angegeben: Benjamin Hederich, Gründliches Mythologisches Lexikon (bes. Stichwort „IVPPITER”) sowie Karl Kerenyi, Die Mythologie der Griechen I.