| Hethiter | ||
Ein in Kleinasiaisen ansässiges Volk, das im 2. vorchristlichen Jahrtausend Großmacht wurde. Hauptstadt des Hethiter-Reiches war Hattusa (Nähe heutiges Bgghazgoy, 150 km nordöstl. Ankara).
Ende des dritten Jahrtausends wanderten indoeuropäische Scharen aus dem Osten nach Ostanatolien ein und gründeten dort das Reich der Hatti, der Vorhethiter. Ihre indoeuropäische Sprache mischte sich mit vorgefundenen Sitten und denen anderer Einwanderer zur hethitischen Kultur.
Blütezeit waren im 17./16. Jahrhundert, als sich der hethitisch beeinflußte Raum nach Süden ausdehnte. 1531 v. eroberten hethitische Truppen unter Mursili I. Babylon.
Die Zeitspanne von 1400 bis 1200 bezeichnet man als hethitische Großreichszeit, das Reich dehnte sich bis an den Euphrat aus. Es kam zu Auseinandersetzungen mit Ägypten und zur Abgrenzung ägyptischen und hethitischen Einflusses in Syrien.
Hethitische Keilschrifttexte berichten von politischen Verbindungen zu einem Land namens Ahhijawa, womit möglicherweise die griechischen Achaier gemeint sind.
Um 1200 brach das Hethiterreich unter dem Druck der von Asien heranwandernden Völkerschaften bzw. unter dem der Seevölker zusammen, zeitlich etwa gleich der von HOMER besungenen Zerstörung Trojas. Wo sie sich in kleinstaatlichen Gebilden halten konnten, begegnen sie im Alten Testament, etwa als die Kinder Heth in 1. Mose 23.
Die Hethiter benutzten die Keilschrift sowie eine Bilderschrift. Religiöse Vorstellungen übernahmen sie von Babyloniern und Horitern.