| Iranier/Zorastrismus | ||
(altpers. Herr Weisheit, der weise Herr) Ein iranischer Gott der Weisheit, der Himmel über allem. Auf ihn wird das Vermögen zurückgeführt zwischen Gut und Böse, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Zwillingssöhne des Ahura Mazda sind Spenta Mainyu und Angra Mainyu, die ein gegensätzliches Zwillingspaar sind. Mit dem Spenta Mainyu wurde der Ahura Mazda später gleichgesetzt und die Vorstellung von ihm zum Ormazd weiterentwickelt.
Als Tochter bzw. Gattin des Ahura Mazda gilt die Wassergöttin Ahurani.
Ahura Mazda ist Schöpfer der lichten Welt, die er durch die Amesha Spentas beherrscht und dank seiner Augen, Sonne und Mond, allzeit überblicken kann. Dereinst wird er seine Schöpfung richten.
Zeichen des Ahura Mazda ist die geflügelte Sonnenscheibe (Bisotum). Dargestellt wird er in der Achämenidenzeit (558 bis 330 v.) als König mit Tiara oder als geflügelter Sonnengott, später auch als menschlicher Reiter.
In dem um 1200 v. von Zoroaster (Zarathustra) begründeten Zoroastrismus ist Ahura Mazda die Macht des Lichtes, Schöpfer und Erhalter der Welt und des Menschen, dessen Widersacher der Ahriman (Angra Mainyu) ist, der die Finsternis repräsentiert.
Dieser wollte das Werk des Ahura Mazda zerstören, doch erkannten die Widersacher, daß keiner der Beiden für einen Kampf gerüstet waren, so daß sie einen 9000jährigen Waffenstillstand schlossen. Angra Mainyu erkannte, daß er dereinst unterliegen würde, wovon er für 3.000 Jahre wie gelähmt war und Ahura Mazda seine Schöpfung vorerst ungestört ausführen konnte.
Beim Schöpfungsakt erschuf Ahura Mazda die sechs unsterblichen Heiligen Amesha Spentas, die verehrungswürdigen Yazata, die Fravaschis.
Binnen dreihundertfünfundsechzig Tagen schuf Ahura Mazda in seinem Reiche des Lichts die Welt der Vorbilder - in fünfundvierzig Tagen den Himmel selbst, in sechzig das Urbild des Wassers, in fünfundsiebzig das Bild der Erde, in dreißig die Bäume, in achtzig die Tiere und in fünfundsiebzig das Vorbild des Menschen (COLERUS, Pythagoras 1924, S. 188).
Er bewirkte, daß das Licht sichtbar wurde und ermöglichte so die Unterscheidung von Gut und Böse. Dieses Vermögen übertrug er seinen Anhängern, indem er ihnen die reinigende Kraft des Feuers schenkte.
In der nach Zoroaster aufgekommenen Lehre des Zervanismus galten Ahura Mazda (Ormazd) und Angra Mainyu (Ahriman) als Nachkommen der Unbegrenzten Zeit Zurvan oder Zervan Akarana. In dieser polaren Weltsicht galt Ormazd als Prinzip des Guten, Angra Mainyu als Prinzip des Bösen. Diese Sicht der Dinge erklärte die Existenz des Bösen als Werk des Widersachers, ähnlich, wie dem allmächtigen und guten Gott Kyrios des Christentums der böse Versucher Satan beigestellt wurde.