| Iranier | ||
(auch Cinvat, awest. Brücke der Scheidung) Über diese Himmelsbrücke muß die Seele des Vestorbenen schreiten, wenn sie aus dem Körper ausgetreten ist und gen Himmel aufsteigen will.
Drei Tage verbleibt die Seele beim Leichnam, dann gelangt sie zum heiligen Berg Hara-Berezaiti, von dem die gewaltige Brücke Chinvat-peretu hoch über Abgründen von der Erde zum Thron des Guten reicht, wo der Ort Garotman Ziel der Reise und Wohnstätte der Lobgesänge ist.
Auf ihr sitzen die Richter Mithra, Rashnu und Sraosha, welche die Seele des Verstorbenen wägen. Nach der Prüfung überschreitet die Seele die Brücke weiter, die je nach Charakter des Verstorbenen beschaffen ist. War der Mensch zu Lebzeiten gerecht, so bot sie eine bequeme Breite von neun Speeren. Andernfalls entsprach Chinvat-peretu der Schneide eines Rasiermessers, so daß ein Absturz in die Hölle zu befürchten ist.
Zudem lauern an dieser Brücke die Daevas Aeshmaund Astovidatu, die sich der in den Himmel aufsteigenden Seele zu bemächtigen trachten.
Chinvat-peretu spannte sich vom Berg Hara-Berezaiti (Chakat-i-Daitik), der in der Mitte der Welt angesiedelt ist, hin zum Gipfel des Elburz, der am Rande des Himmels liegen soll.
Eine Brücke in die Welt der Toten kennen viele Kulturen, die nordische Mythologie beispielsweise die Gjallarbru. Eine Waage, auf der die Untaten des Verstorbenen gewogen werden, kannten auch die Ägypter als Waage der Maat.