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   Iranier
 

Gayomart

(auch Gayo-Maretan, awest. „sterbendes Leben”) Dieses Urwesen beiderlei Geschlechts gilt als Nachkomme der Armaiti, einer Erdgöttin. Aus seinem Körper und dem des Urstiers Geush Urvan entsproß alles Leben.

Als Gayomart gestorben war, fiel sein Samen auf die Erde und befruchtete sie, nachdem der Keim 40 Jahre in ihrem Innern gelegen hatte. Daraus entstanden die sieben Metalle. Davon nahm seine Mutter das Gold und ließ daraus die Pflanze wachsen. Dieser Raiva-Staude entsproß das Urmenschenpaar Mashya und Mashyai und diesen alle Menschen.

Wenn zur Endzeit Frasho-kereti die Toten auferstehen werden, wird Gayomart dieses als erstes tun.

Gayomart soll vom finstern Gegenspieler des Ahura Mazda, Ahriman, getötet worden sein, nachdem er 3000 Jahre als ein Geistwesen gelebt hatte und von Ahura Mazda in ein Wesen aus Fleisch und Blut verwandelt worden war, womit der zweite große Abschnitt der insgesamt 12000 Jahre bestehenden Weltperiode anhub. Aus dem Toten entstanden alle Bestandteile der uns bekannten Welt.

Der altiranische Urmensch Gayomart soll dem vedischen Purusha und dem germanischen Urriesen Ymir entsprechen (Bellinger (1999), S. 154).