| Iranier | ||
(altpers. der Kamelreiche, griech. Zoroastres, latinisiert Zarathustra) Dieser persische Religionsstifter soll 630 in Gaktrien im Nordosten des Landes (Baktrien) geboren sein und bis 553v. gelebt haben, seine Lebenszeit wird aber auch viel früher angenommen und im 13. Jahrhundert v. angesiedelt.
Zoroaster war Sohn des Pourushaspa (der Pferdereiche) und der Dughdhova. Bei seiner Geburt soll Zoroaster gelacht und sich die gesamte Welt mit ihm gefreut haben*. Böse Dämonen, die Drugs, trachteten dem Kind nach dem Leben, doch Ahura Mazda schützte ihn.
Als er 30 Jahre alt war, offenbarten ihm die unsterblichen Heiligen Amesha Spentas bzw. Ahura-Mazda selbst auf der Spitze des heiligen Berges Hara-Berezaiti höhere Einsichten von Gut und Böse, die Zoroaster vor den Versuchungen des finsteren Angra Mainyu (Ahriman) bewahrten. Von Ahura Mazda erhielt er dazu Feuer und das Gesetzbuch Awesta.
In seinem 77jährigen Leben war Zoroaster dreimal verheiratet, wobei der ersten Ehe vier, der zweiten zwei Kinder und der dritten drei Samenkeime entsprossen**. Er wurde zum Propheten des Ahura Mazda und zum Begründer des Zoroastrismus.
Demnach besteht die Welt insgesamt 12.000 Jahre, im 9000sten Jahr empfing Zoroaster im Alter von 30 Jahren durch Vohu Mano seine Berufung zum Propheten. Seine Visionen bewegten ihn dazu, sich gegen die bis dato üblichen orgiastischen Stieropfer zu Ehren des Mithra zu wenden und eine dualistische Religion zu verkünden, die den Kampf zwischen Gut und Böse, Ahura Mazda und Angra Mainyu (Ahriman) lehrt. Er wurde verbannt und begab sich in die Gegend von Chorassan, wo er den Fürsten Wischtaspa bekehrte.
Am Hofe des Herrschers wirkte Zoroaster Wunder und soll auch das Lieblingspferd des Herrschers geheilt haben. So bekehrt überzog der König die Herrscher der benachbarten Reiche zum Zwecke der Verkündung mit Krieg und verbreitete so Zoroasters Lehre. Im Alter von 77 Jahren soll Zoroaster beim Gebet getötet worden sein.
Nach seinem Tod stieg Zoroaster in die Unterwelt hinab, aus der er nach drei Tagen zum Himmel emporstieg. Zuvor waren aus seiner Verbindung mit Hwow, seiner dritten Gattin, drei Samen hervorgegangen, die in den See Kasaoya gelangten, wo sie von 99.999 Fravashi bewacht werden. Jeweils zu Beginn der letzten drei Jahrtausende der Welt wird eine Jungfrau in diesem See baden und dabei durch einen der Samenkeime schwanger werden. Ihre Kinder sind die Saoshyants, von denen der jüngste das Ende der Welt Frasho-kereti bringen wird.
Zoroasters Lehre übernahmen die achämenidischen (persischen) Herrscher des Iran. Ein von ihnen errichtetes Heiligtum ist der viereckige Turm Kabah-i-Zardushi, der gegenüber von den Felsengräbern in Naqsh-i-Rustam liegt, nahe der damaligen Hauptstadt Persepolis (griech. Perserstadt).
Zoroasters Lehre, aus der sich Zoroastrismus und Parsismus entwickelte, ist besonders in den Gathas (Hymnen) des Awesta überliefert.
Literarische Berühmtheit auch im Westen erlangte Zoroaster durch Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra (1883/85), wenngleich das Werk wenig mit dem Zoroastrismus zu tun hat. Richard Strauss schuf zu diesem Thema eine Tondichtung (1896), die vielen aus Stanley Kubricks Film Odyssee im Weltraum bekannt sein wird.
Jean Bodin (1529/30 bis 1596) erklärte den Bactrianisch König Zoroastres zum ersten Teuffelsdiener [...] / so solches Gottloses geschäfft in Persien offentlich sich hat außthun dörffen. (n. DAXELMÜLLER, 136)
*Eine ähnliche Überlieferung gibt es vom griechischen Gott Zeus, der nach seiner Geburt sieben Tage lang gelacht haben soll.
**Die gleiche Zahlenkombination (4 - 2 - 3) kommt auch im Rätsel des Ödipus vor.