| Islam | ||
(xa-, auch Kharidjiten, Khawaridj) Eine der drei Glaubensrichtungen des Islam, die sich über die Frage nach der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten Mohammed herausbildete.
Die Charidschiten waren nach dem Tode Mohammeds der Ansicht, nur der beste und fähigste aller Muslime solle zum Kalifen gewählt werden können, familiäre und ständische Zugehörigkeit dürften keine Rolle spielen (Mohammed selbst hatte keine Regelung getroffen). Das war nach Ansicht dieser Partei bei Abu Bakr, ebenso beim zweiten Kalifen Omar der Fall, die darum auch von den Charidschiten als Kalifen anerkannt sind.
Aber spätestens 657, nachdem Ali und Muawija im Kampf um das Kalifat Verhandlungen aufgenommen hatten, brach der Gegensatz der Auffassungen durch und die Charidschiten trennten sich von den Schiiten, 661 wurde sogar ein Mordanschlag auf beide Kontrahenten unternommen, wobei Ali umkam.
Es folgten zahlreiche Kriege zwischen den Parteien, auch innerhalb der Charidschiten, so daß diese fast ganz vernichtet worden wären, hätte nicht Abd Allah ibn-Ibad mit seiner weniger radikalen Auffassung die charidschitische Gemeinschaft der Ibaditen gegründet, die in ruhigeren Gebieten überdauern konnte.
Diese existieren heute noch in Algerien und Oman.