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   Islam
 

Mohammed

(Mohammad, Muhammad, „der Gepriesene”; vollst. Hadrat Muhammad Ibn Abdullah) Der um 571 n. Chr. (n. sunnitischer Auffassung am 12. Rabi-ul-awwal 571, nach schiitischer am 17. Rabi-ul-awwal 571) in Mekka geborene, am 8. 6. 632 in Medina gestorbene Mohammed, ein Araber vom Stamm der Koreischiten, ist der Stifter des Islam. Ihn bestimmte nach Glauben der Muslime Gott Allah zu seinem Propheten und teilte ihm in den Jahren von 610 bis 632 über den Engel Djabrail (Gabriel) den Qur'an (Koran) mit, auf daß er die Menschen zum Glauben an ihn, Allah, bringe, den einzigen und allmächtigen Gott. Mit dieser Verkündung sei die Reihe der Propheten abgeschlossen, weshalb Mohammed Siegel der Propheten genannt wird.

Mohammed stammte aus dem angesehenen und wohlhabenden Stamm der Koreischiten (Quraisch), sein Vater war der Kaufmann Abd-Allah, seine Mutter die Amina. Weil Mohammed im Kindesalter verwaiste (sein Vater starb einige Wochen vor seiner Geburt, die Mutter einige Jahre darauf), wuchs er erst in Mekka bei seinem Großvater Abdulmutalib (Ahdalmuttalib), dem Oberhaupt der Haschemiten, auf. Als auch der verstarb, gab ihn sein Onkel Abu Talib zur weiteren Aufzucht an Beduinen, wo der an religiösen Themen stets interessierte Mohammed auch deren Traditionen kennenlernte (oder bereits seine Mutter gab den Säugling an eine Beduinen-Amme).

Als Mohammed älter geworden war, schloß er sich der Hilf al-fudul seines Onkels Zubair an, einer Schutztruppe der Stadt Mekka. Als Sechzehnjähriger nahm Mohammed auch an einem Feldzug der Haschemiten teil, so daß er neben religiösen und kaufmännischen Kenntnissen auch Einblicke in das Militärwesen erhielt. Sein überwiegendes Interesse galt jedoch der Religion, häufig soll er allein in der Höhle Hira religiöse Betrachtungen geübt haben.

Im Alter von 25 Jahren (um 595) ehelichte Mohammed die vierzigjährige Chadidscha (Khadidja). Diese verwitwete Frau besaß Karawanen und verschaffte Mohammed so wirtschaftliche Unabhängigkeit. Mohammed hatte für Chadidscha bereits erfolgreich Handelsreisen geleitet (nach Syrien) und durch diese Tätigkeit auch Kontakte zu christlichen und jüdischen Händlern und somit weitere Kunde von abrahamitischer Religion erhalten.
Von Chadidscha wurde Mohammed Vater der Fatima.

Ob seiner Tüchtigkeit, seiner Verdienste und seines lauteren Charakters stand Mohammed in Mekka in bestem Ansehen, als 605 die abgebrannte Kaaba neuerbaut wurde hatte er die Ehre, den schwarzen Stein in seine Ecke einsetzen zu dürfen.

Etwa im Jahre 610, Mohammed war damals vierzig, erschien ihm in der „Nacht der Bestimmung” (im Monat Ramadan) der Engel Djabrail und offenbarte ihm Allahs Worte (die 114 Suren des Koran). In Begleitung Djabrails unternahm Mohammed von Al-Quds (Jerusalem) aus die Himmelfahrt Miradj (am 16. Ramadan 621), sein Reittier war dabei das Mischwesen Burak.

Die Offenbarungen vermochte Mohammed zunächst nicht zu deuten, weshalb seine Gattin Chadidscha mit ihm ihren Vetter Waraqa aufsuchte. Der soll ein Anhänger des Eingottglaubens gewesen sein, der des Hebräischen mächtig gewesen sei und Kenntnis des christlichen Evangeliums gehabt habe. Waraqa soll Mohammed dessen Berufung zum Propheten verdeutlicht haben. Diese Episode wird allerdings von vielen Muslimen als Fabel betrachtet, da von einem Propheten zu erwarten sei, die göttliche Sendung ohne weitere menschliche Hilfe zu fassen.

In der Folge begann Mohammed mit der Weitergabe der Offenbarungen erst an seine Frau und an Ali ibn Abu Talib, Vetter des Propheten, der mit im Haushalt lebte, dann an seine Umgebung, wo sie weithin Aufnahme fand. Seine monotheistische Lehre verurteilte das heidnische religiöse Treiben an der Kaaba, weshalb er den Groll der Koreischiten erregte, die von den Pilgerfahrten zur Kaaba ihr gutes Auskommen hatten.
Mohammed wies daraufhin im Jahre 615 eine Gruppe seiner Anhänger zur sog. „kleinen Auswanderung” nach Äthiopien an, wo sie bei einem christlichen Herrscher (dem Negus) Sicherheit finden sollten.
Als seine Frau und sein Onkel Abu Talib verstorben waren und sogar ein geplanter Anschlag auf den bislang von der Familie geschützten Mohammed ruchbar wurde, schließlich auch Taif, eine Stadt im benachbarten Gebirge, keine Hilfe gewährte, schlich Mohammed in 622 in einer Freitagnacht (am 1. Rabi-ul-awwal) in Begleitung des Abu Bakr (Ali ibn Abli Talib legte sich zwecks Tarnung der Flucht heimlich an Stelle Mohammeds in dessen Bett) aus seiner Heimatstadt Mekka und begab sich in das 300 km nördlich gelegene Yathrib (später Medina genannt), wo er am 11. Rabi-ul-awwal ankam. Diese „große Auswanderung” wird als Hidschra bezeichnet und ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung (darum bei isl. Jahreszahlen n. H., „nach Hidschra”).

In Medina, wo er unter besonderem Schutz der ihm bereits bekannten Stämme Aus und Hasradsch stand, die ihn zum hochangesehenen Schlichter (arab. hakam) berufen hatten, gründete Mohammed die erste Gemeinde (arab. umma). Weiteren Rückhalt verschafften ihm Heiraten mit mehreren Frauen, insgesamt dreizehn Ehen soll er eingegangen sein. Diese hohe Zahl an Gattinnen wird im Koran ausdrücklich gerechtfertigt (33.50).
In Medina erfolgte die rechtliche Ausgestaltung der Umma, wofür die von Mohammed in Medina veröffentlichten Suren des Koran die nötigen Anweisungen enthielten.
Schon bald war Mohammeds Macht derart angewachsen, daß er Überfälle auf Karawanen der Mekkaner wagen und mehrere Schlachten schlagen konnte (Schlacht von Badr (624), Schlacht am Berge Ubud (625), Grabenschlacht (627)), bis es im März 628 zum Waffenstillstand kam. 629 pilgerten erstmals Muslime nach Mekka (Hadsch), 630 wurde die Stadt übergeben, so daß Mohammed am 20. Ramadan 630 siegreich in Mekka einziehen konnte.

Hier beseitigte er die heidnischen Kulte und räumte insbesondere die Kaaba, die fortan Mittelpunkt seiner Religion war.

Bei seinen militärischen Unternehmungen kam Mohammed gelegen, daß die Beduinen seinerzeit heftig untereinander zerstritten waren und sich in dauernden Überfällen gegenseitig schwächten, während die von ihm geführten Muslime einander beistanden und untereinander Frieden wahrten (Islam das „Haus des Friedens”) und die üblichen Beutezüge nurmehr gegen Nichtmuslime unternahmen. So konnte er die auf der arabischen Halbinsel lebenden Beduinenstämme zum großen Teil unterwerfen und zum Islam bekehren oder wenigstens zu Tributzahlungen verpflichten.

Am 8. Juni 632 (nach islam. Zeitrechnung am 28. Safar 11 n. H.) starb Mohammed dreiundsechzigjährig nach kurzer Krankheit, wie es heißt in den Armen seiner Frau Aischa.

Der Stifter des Islam gilt den Muslimen als „Fürst aller Geschöpfe” (seyyid-un-ka'inat), idealer Mensch und „Siegel aller Propheten”, mit ihm seien die Offenbarungen, welche mit Ibrahim (Abraham) begonnen hätten, abgeschlossen. Als seine Stellvertreter und Nachfolger verstehen sich die Kalifen und Imame. Für die Endzeit (al-Kiyama) wird Mohammeds Wiederkunft erwartet, er soll die Muslime dann am Wasserbecken Hawd versammeln und für sie bei Allah eintreten (Shafaa).
Das Leben des Propheten wird den Gläubigen als Vorbild empfohlen (Koran 33.21).
Die 47. Sure des Koran heißt nach dem Propheten Muhammad.

Die in Texten frommer Muslime dem Namen Mohammeds häufig nachgestellten a., a. s. oder s. a. s. bedeuten „Der Friede sei mit ihm” und sind ein Ausdruck religiösen Respekts des Autors gegenüber dem Gesandten Allahs.

Von Mohammed sind nicht nur Worte und Berichte über Taten überliefert, sondern auch einige Reliquien. Im Topakapi-Saray zu Istanbul verwahrt man einen Fußabdruck des Propheten, die Al-Hussain Moschee zu Kairo beherbergt ein Barthaar des Propheten, erhalten sind auch dem Propheten zugeschriebene Kleidungsstücke und ein Schwert, seine Fahne und sogar Zähne.
Die Abbildung des Propheten gilt hingegen als verwerflich.

Mohammed sind eine Reihe Wunder zugeschrieben, darunter eine Spaltung des Mondes. Er soll auch bereits bei seiner Geburt beschnitten gewesen sein, was auf eine besondere Verbindung zur Religion Ibrahims hindeute.

Wie manch andere außergewöhnliche Person soll Mohammed Epileptiker gewesen sein.