Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Altes Testament / Juden
 

Laban

Eine Gestalt des Alten Testaments, die in den Erzählungen um Jakob eine Rolle spielt. Er ist der Sohn des Nohar, einem der Brüder des Abram (nämlich der Sohn des Tharah, der in Ur in Mesopotamien geblieben war) und der Vater von Lea und Rahel, die beide Gattinnen des Jakob wurden.

Laban war nach 1. Mose 29,10 u. 13 Jakobs Onkel mütterlicherseits. Er lebte als Besitzer mehrerer Schafherden in Haran, wo ihn Jakob antraf, den sein Vater Isaak in diese eigene Heimat geschickt hatte (1. Mose 28,1-5 u. 29,1ff.).

Jakob wollte Rahel, die schönere und jüngere der Töchter Labans zur Frau. Dafür diente er Laban sieben Jahre lang, wurde dann aber durch List mit Lea verheiratet, der älteren und unansehnlicheren der beiden Schwestern. Laban hielt Jakob vor, es sei bei ihm nun einmal üblich, erst die ältere Tochter zu verheiraten. Also diente Jakob dem Laban noch weitere sieben Jahre und erhielt endlich die begehrte Rahel (1. Mose 29,13-30).

Als die vereinbarten Jahre im Dienste Labans herum waren, bat Jakob um Abschied. Laban gewährte den Wunsch und Jakob durfte von ihm alle Schafe und Ziegen mitnehmen, die in der Folge als schwarze, bunte oder gefleckte Tiere geboren würden. Laban wähnte sich listig und versteckte alle schwarzen, bunten oder gefleckten Schafe und Ziegen, aber Jakob war listiger, nahm Zweige von Pappeln, Haseln und Kastanien, die er schälte, daß das weiße Innere freilag, und legte sie vor die Tränke, wo die Schafe und Ziege gedeckt wurden. Offensichtlich war das ein sehr wirksamer Zauber, denn alle im folgenden Frühjahr geborenen Tiere waren gefleckt oder schwarz und gehörten damit Jakob (1. Mose 30,25-43).

Nun war es an Laban, sich getäuscht zu sehen, als Jakob sich heimlich mit Lea, Rahel und den Herden davongemacht hatte, zumal Rahel ihm obendrein seine Götterfiguren gestohlen hatte. Wütend setze er den flüchtigen nach, doch im Traum befahl ihm Gott, friedlich mit Jakob zu sein. So sprach er den zwar harsch, aber dennoch in Frieden an, als er Jakob am Berg Gilead stellte. Er wolle ihm wohl verzeihen, den Diebstahl der Götterfiguren könne er aber nicht verstehen. Jakob, der nichts von Rahels Tat wußte, bot an, den Dieb töten zu lassen. Da Rahel jedoch ihre Menstruation vorschützte, derweil sie auf den Figuren saß, war es nun an Jakob, Laban wegen des falschen Verdachts zu zürnen und hielt ihm obendrein vor, Laban habe ihn mehrfach um seinen verdienten Lohn geprellt, der Verlust der Götterfiguren sei die gerechte Strafe (1. Mose 31,21-42).

Nun lenkte Laban ein, sie errichten einen Steinhaufen, den Laban Jegar-Sahadutha, Jakob Gilead nennt und schließen daran Frieden (1. Mose 31,1-32,1).